DEL

Auswärtsschwäche der Eisbären gefährdet das Hauptrundenziel

Der perfekten Heimbilanz unter Trainer Uwe Krupp steht eine Baustelle auf fremdem Eis gegenüber. Die Profis des EHC Eisbären spielen dort nicht ganz so entschlossen wie in der eigenen Halle.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Nach einem Dutzend an Jahren in Berlin kann er auch anders, aber für die Fernsehkameras macht sich Florian Busch gern einen Spaß. Mit Vorliebe redet er dann so breit in seiner Heimatsprache, wenn er zu Interviews während eines Spiels oder danach gebeten wird, wie es nur geht. Lustig war es allerdings nicht, was der Stürmer des EHC Eisbären diesmal zu sagen hatte. „Mir müessen auswärts bessa schbuin und mehr zammrucke“, so Busch nach dem 4:6 der Berliner beim Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), den Adler Mannheim.

Nachdem sich durchaus einiges getan hat beim Rekordmeister, nachdem mit Trainer Uwe Krupp wieder neue Zuversicht aufgekommen ist und alle Ziele erreichbar scheinen, tut sich inzwischen eine deutliche Baustelle bei den Berlinern auf. Auswärts können sie nicht abrufen, was ihnen zu Hause mühelos gelingt. Sechs Heimsiegen unter Krupp stehen nun vier Niederlagen in Serie auf fremdem Eis in fünf Partien gegenüber.

Immerhin, die Mannschaft ist näher dran an Mannheim als in den beiden Duellen mit den Kurpfälzern vor ein paar Monaten. „Wir haben vier Tore gegen die beste defensive Mannschaft der Liga geschossen“, sagte Krupp, der nicht unzufrieden war mit dem Auftritt, der vor allem in Überzahl sehr gut aussah. Dennoch fanden sich die Berliner ob des Offensivdrangs der Adler häufiger in der eigenen Zone eingeschnürt, was in der Konsequenz zu sechs Gegentoren für die drittbeste Defensive der DEL führte. „Wir haben ein paar Sachen, die wir besser machen werden im nächsten Spiel gegen Mannheim. Dann versuchen wir, sie zu schlagen“, so Krupp.

Missverhältnis verhindert bessere Platzierung

Vorerst sollte das nicht im Vordergrund stehen, sondern die allgemeine Problemlage der Auswärtsspiele angegangen werden. „Zu Hause spielen wir entschlossener und mit mehr Power“, sagt der Trainer, dessen Mannschaft in der Fremde schon mal leichte Anzeichen von Resignation zeigt nach Gegentoren. Das Missverhältnis zwischen Heim- und Auswärtsbilanz verhindert derzeit, dass die Berliner auf Rang vier der Tabelle vorstoßen, den sie als Minimum für den Hauptrundenabschluss ausgegeben haben. Bei noch 13 Partien, von denen sieben auswärts und fünf davon bei Top-Mannschaften stattfinden, muss Krupp nun dringend Lösungen finden, um Platz vier nicht aus den Augen zu verlieren. Ansonsten kann nämlich auch ganz schnell das Pre-Play-off wieder ein Thema werden für die Eisbären.