Die Heimat bringt ihm kein Glück. Schon zweimal probierte es Marcel Noebels mit dem EHC Eisbären, bei den Krefeld Pinguinen erfolgreich zu sein. Am Sonnabendvormittag kehrte der gebürtige Krefelder zum zweiten Mal mit einer Niederlage im Gepäck zurück nach Berlin. Mit 1:4 unterlag der Rekordmeister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) den Rheinländern, was gleichzeitig den ersten Rückschritt unter Trainer Uwe Krupp bedeutete.

Um einen Platz auf Rang sechs ging es für die Berliner nach unten. „Krefeld hat entschlossener gespielt, wie eine Mannschaft, die sich beweisen will“, resümierte Krupp nach der für ihn zweiten Niederlage im siebten Spiel.

Unter dem Strich ging es für die Berliner jedoch bergauf, seitdem Krupp das Sagen hat. Das gilt auch für Noebels. Sechs Tore erzielte der Stürmer bislang, vier davon, seit Krupp da ist. Doch das sieht er mehr der Grundstimmung geschuldet.

Noebels hat einen Lauf

„Natürlich ändert man seine Spielweise ein bisschen, wenn es läuft“, sagt der 22-Jährige. Ein bisschen mehr Risiko vor dem Tor, etwas mehr Mut. Es sieht leicht aus, was er macht. „Ich habe im Moment einen kleinen Lauf“, erzählt Noebels.

Anfangs musste er vor allem viel laufen, denn vor dem Tor wirkte er etwas unglücklich. Vier Jahre hatte der Nationalspieler in Nordamerika verbracht. „Da musste ich hier erst wieder das richtige Gefühl kriegen“, sagt er. Für die neue Mannschaft galt das ebenso wie für die größere olympische Eisfläche.

Er wählte dafür den Weg der bedingungslosen Aufopferung, Noebels rannte das Spielfeld rauf und runter, verdiente sich im Forchecking Fleißpunkte. Oft störte er den Aufbau des Gegners so sehr, dass sich für ihn gute Chancen ergaben. Nur nutzte er sie zu selten.

Es hat ihn nicht groß beschäftigt. „Ich habe gar nicht so über mich persönlich nachgedacht, sondern versucht zu arbeiten und der Mannschaft zu helfen, egal in welcher Rolle“, erzählt Noebels, der einen Monat nach Saisonbeginn aus den USA nach Berlin kam und inzwischen zu den zuverlässigsten Punktesammlern zählt.

Zu viel Schönspielerei

Genauso punktet er beim Trainer mit seiner körperlichen Präsenz, seinem Einsatz. Ihm ist es gleich, wie er sich einbringt. „Im Endeffekt zählt, was die Mannschaft macht. Das Individuelle ist Nebensache“, so Noebels, der bereits an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Die Rolle als Torjäger, das gibt er zu, die behagt ihm natürlich besonders.

Dass die Treffer in dieser Saison nicht immer so gefallen sind für die Eisbären und die Mannschaft jetzt in Krefeld die geringste Torausbeute unter Krupp erzielte, dafür hat er den Grund schon ausgemacht. „Es wird manchmal ein bisschen zu sehr auf das schöne, nicht auf das gerade Spiel geachtet“, sagt Noebels, dessen Team am Sonntag (14.30 Uhr, O2 World) den EHC Red Bull München empfängt, den Tabellendritten.

Die Partie ist also wichtig, und Geradlinigkeit wäre keine schlechte Spielidee gegen das Team des ehemaligen Eisbären-Trainers Don Jackson. Mit seiner Erfahrung aus Nordamerika, wo diese Geradlinigkeit zum Spielstil gehört, könnte Marcel Noebels seinem Team den Weg weisen.