Eishockey

Eisbären fehlt es einfach noch an Konstanz

Die Berliner wähnten sich auf dem Weg in die Spitzengruppe der DEL, doch nun gibt es ein Wochenende ohne Punkte. Bei der Niederlage gegen Iserlohn fehlt es an Konzentration beim Powerplay.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

In pinkfarbenen Trikots auf den Kampf gegen Brustkrebs aufmerksam zu machen, ist den Eisbären zum wiederholten Mal gelungen. Sportlich waren sie weit weniger erfolgreich. Nach dem 3:4 am Freitag in Krefeld verloren sie am Sonntag vor 13.060 Zuschauern in eigener Halle völlig verdient gegen die Iserlohn Roosters mit 1:3 (0:1, 1:1, 0:1). Bereits in der Schlussminute mischten sich Pfiffe mit Durchhalte-Chören. „Wir bekommen einfach keine Konstanz rein“, ärgerte sich Nationalmannschafts-Verteidiger Jens Baxmann. „Wir hatten ja schon einige Fünf- oder Sechs-Punkte-Wochenende, jetzt stehen wieder wir wieder mit einer Null da. Wir haben zu viele Alleingänge zugelassen und waren im Überzahlspiel zu fahrlässig.“

Die Iserlohner zeigten sich wesentlich angriffslustiger als noch eine Woche zuvor die Schwenninger Wild Wings, die eher mauerten. Und die Roosters hatten gute Gründe, den offenen Schlagabtausch anzunehmen. Sie waren schon im ersten Drittel, in dem die Spielanteile gleich verteilt wirkten, weitaus torgefährlicher als die Gastgeber. Schon in der 6. Minute musste der Pfosten für Eisbären-Torwart Petri Vehanen retten, vier Minuten später glänzte der Finne gegen Iserlohns Brooks Macek, der allein auf ihn zustürmte, obwohl einer der Roosters auf der Strafbank saß. Genau so mutterseelenallein war dann auch Derek Whitmore aufgetaucht, der im Rücken der Berliner Verteidiger mustergültig bedient wurde und Vehanen ohne Chance ließ – das 0:1 (14.).

Während der zweiten Strafzeit der Gäste ließen die Berliner gleich mehrere gute Chancen aus, das Ergebnis zu egalisieren. Danach waren sie damit beschäftigt, bei eigenen Strafen nicht weiter in Rückstand zu geraten, was Coach Tomlinson wenig erfreut haben dürfte. Denn schon am Freitagabend hatte sein Team beim 3:4 in Krefeld drei Treffer in Unterzahl kassiert.

Daran, dass die Roosters weit bissiger waren und die Gastgeber früh und erfolgreich störten, änderte sich nichts. Im Gegenteil: die Gäste erhöhten den Druck, konnten die Führung allerdings nicht ausbauen.

Rückkehr von Mark Bell bleibt ohne Wirkung

Die Berliner, für die Mark Bell nach seiner schweren Knieprellung erstmals wieder stürmte, eroberten sich erst wieder bei der nächsten Strafzeit gegen die Gäste Spielanteile zurück. Wirklich effektiv wurde ihr Spiel allerdings nicht. Immer wieder sprang die Scheibe von den Schlägern, zu oft gingen Pässe ins Leere. Nach mehreren wirklich starken Paraden patzte dann auch noch Vehanen. Er ließ ein Schüsschen von Boris Blank ungewollt nach vorn abprallen, Chad Bassen bedankte sich – 0:2 (35.).

In der Regel ist der Kapitän einer Mannschaft der Willensstärkste, der Unbeugsamste, einer wie André Rankel, der ein Spiel nicht einfach so wegsickern lassen will. In der 35. Minute war in jedem von Rankels Schritten dieser Wille zu erkennen, als sein Team in Unterzahl war, er aus der eigenen Zone auf das Iserlohner Tor zurannte und dann auch noch abschloss. Der von ihm abgefeuerte Puck schlug mit 108 km/h zum 1:2 ein. Die Eisbären waren wieder im Spiel.

Dem Zeichen des Kapitäns folgte zu Beginn des Schlussdrittels ein Sturmlauf auf das Gäste-Tor, der dann allerdings zu ungestüm geriet. Die Eisbären verloren den Puck während ihrer Belagerung an Nicholas Petersen, der seine Chance genauso eiskalt nutzte wie zuvor Rankel. Das 1:3 (45.) war die Entscheidung, das Null-Punkte Wochenende somit perfekt. „Die Scheibe tiefer zu spielen und Iserlohn zu mehr Fehlern zu zwingen“, wie es sich Constantin Braun für die letzten 20 Minuten vorgenommen hatte, klappte nicht. Im Gegenteil: Vehanen verhinderte Schlimmeres. „Das war nicht unsere Eishockey,“ musste auch Tomlinson eingestehen. „Iserlohn hat uns das Tempo genommen. Wir haben viel zu kompliziert gespielt und oft die falschen Entscheidungen getroffen.“