Eishockey

Die Eisbären siegen gegen Schwenningen mit Mühe

Die Eisbären haben in der Deutschen Eishockey Liga den siebten Saisonerfolg eingefahren. Beim mühevollen 2:1 gegen die Schwenninger Wild Wings verpassten die Berliner aber ein höheres Ergebnis.

Foto: imago sportfotodienst / imago/Bernd König

Am Montag haben die Berliner Eisbären frei, und sie können den Tag genießen, ohne dass sie Enttäuschungen nachgrübeln müssen. Nach dem 3:2 nach Verlängerung am Freitag in Köln schlugen sie zwei Tage später auch die Schwenninger Wild Wings vor 11.560 Zuschauern in der O2 World mit 2:1 (1:1, 1:0, 0:0). Fünf Punkte in zwei Spielen – ein nahezu perfektes Wochenende. Das Team von Jeff Tomlinson präsentierte sich diszipliniert, gut organisiert, und der Einsatz stimmte. Einzig die Chancenverwertung ließ wie schon bei den Haien zu wünschen übrig. Möglichkeiten, die Partie früher zu entscheiden, gab es genug.

Rankels Schlenzer in den Winkel

Tomlinson hatte sich entschieden, Mathias Niederberger an Stelle von Petri Vehanen zum dritten Mal im elften Saisonspiel zwischen die Pfosten zu stellen, aber der 21-Jährige hatte anfangs kaum Gelegenheit zu glänzen. Die Gäste waren fast nur darauf bedacht, Chancen der Berliner zu verhindern. Erst, als Antti Miettinen die erste Strafzeit der Eisbären absaß, wurden die Schwarzwälder mutiger, scheiterten aber auch an Niederberger. In der Folge verlagerte sich das Spiel wieder vor das Tor der Gäste, in dem sich Dimitri Pätzold mehrfach auszeichnete. Den Schlenzer von EHC-Kapitän André Rankel genau in den Winkel sah er allerdings, wenn überhaupt, zu spät – 1:0 (13.).

Die Gäste spielten weiterhin nur couragiert nach vorn, wenn sie einen Mann mehr auf dem Eis waren. Die nächste Gelegenheit bot sich ihnen nach einem unkorrekten Körperangriff von Verteidiger Henry Haase. Dieses Mal musste sich Niederberger geschlagen geben: Sean O’Connor glich zum 1:1 (19.) aus.

Das Spiel der Eisbären, bei denen nach wie vor Florian Busch, Matt Foy, Mark Bell und Laurin Braun verletzt fehlen, wirkte auch im zweiten Drittel zumeist gut organisiert. Wobei sich US-Heimkehrer Marcel Noebles, 22, der Anfang der Woche verpflichtet worden war und erst sein zweites Spiel bestritt, an der Seite der Routiniers Miettinen und Petr Pohl nahtlos einfügte. Noch aber ließ Schwenningen, ebenso gut sortiert, weiterhin kaum Chancen zu. Erst bei der ersten Strafe gegen die Wild Wings bot sich Constantin Braun die Möglichkeit, sein Team mit einem gewaltigen Schlagschuss erneut mit 2:1 in Führung zu bringen (28.). Diese im nächsten Überzahlspiel auszubauen, gelang jedoch nicht. Niederberger rettete den knappen Vorsprung bei gleich zwei Strafzeiten Rankels sogar mit mehreren Paraden in die zweite Pause.

Protest gegen Gaskonzern

In den letzten 20 Minuten der Partie spielte sich vor Niederbergers Tor kaum noch etwas ab. Auf der anderen Seite wurde deutlich, dass es den Eisbären derzeit schwer fällt, ihr überlegenes Spiel mit Toren zu belohnen. Trotz bester Chancen blieb es Minute um Minute bei dem 2:1, die Gefahr, dass die Schwenninger das Spiel mit nur einer gelungenen Offensivaktion in die Verlängerung schicken oder noch größeren Schaden anrichten könnten, blieb bestehen. Das spürten auch die Fans, die jetzt durchtrommelten und -sangen und dann erleichtert den Sieg feierten, nachdem Youngster Sven Ziegler auch noch die Vorentscheidung per Penalty (57.) vergeben hatte.

Bereits vor der DEL-Partie war ein Allstar-Team um Sven Felski gegen eine russische Oldie-Auswahl angetreten. Der Erlös wird der Jugendarbeit der Eisbären zu Gute kommen. Rund 5000 Zuschauer hatten sich die Reise in die Vergangenheit trotz des Sommerwetters vor der Arena gegönnt. Dass das Ganze von einem namhaften russischen Gaskonzern gesponsert wurde, blieb von den Fans nicht unkommentiert. So war beispielsweise „Wer andere Meinungen nicht akzeptiert, hat unseren Sport nicht verdient“ auf aufgespannten Bannern zu lesen.