Darin Olver erhielt diesmal einen ganz persönlichen Service. Von Manager Peter John Lee wurde der Stürmer des EHC Eisbären nach Wolfsburg chauffiert, um dort für die Berliner aufzulaufen. Üblich sind solche Sonderbehandlungen nicht, aber musste Olver am Vormittag noch mit seiner Frau ins Krankenhaus. Sie ist schwanger und schon über den Termin, es wurde geprüft, ob alles in Ordnung ist. Erst danach ging es für Olver nach Wolfsburg.

Der Einsatz des Managers lohnte sich durchaus, Olvers Reihe tat einiges dafür, damit die Berliner bei den Niedersachsen eine gute Figur abgeben. Nur reichte es letztlich doch nicht. Nach Verlängerung unterlagen die Eisbären trotz dreimaliger Führung 3:4 (1:0, 1:2, 1:1, 0:1) und konnten nach dem 2:5 zuvor gegen Ingolstadt keines der beiden Wochenendspiele siegreich abschließen.

Immerhin stimmungstechnisch waren die Berliner in Wolfsburg die Sieger, über 1000 Fans begleiteten den EHC in den nächstgelegenen Standort in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Es wären auch mehr mitgekommen, doch die Wolfsburger hingen ein großes Plakat in die Mitte des Gästeblocks und verkauften für den darunter verdeckten Platz keine Karten. Wie man bei den Berlinern vermutet, sollte mit der Beschränkung der Stimmungshoheit der zahlreichen EHC-Fans entgegengetreten werden. Die ist in Wolfsburg generell schnell erreicht, kommen doch dort nur wenige Zuschauer in die Halle am Allerpark. Diesmal waren es insgesamt 3393.

Auf dem Eis gaben dennoch die Grizzly Adams den Ton an. Nur selten konnten sich die Eisbären im ersten Durchgang mal strukturiert nach vorn bewegen. Hinten brauchte es zudem das Glück, um nicht in Rückstand zu geraten. Eine der wenigen Berliner Offensivaktionen brachte ihnen daher etwas überraschend die Führung. Olvers Reihenkollege Barry Tallackson eroberte einen Aufbaupass der Gastgeber, spielte weiter zu Sven Ziegler, der dann das 1:0 erzielte (19.).

Ziegler verbessert seine Chancenverwertung

Es passte recht gut, dass ausgerechnet der 20-Jährige traf. Zwei Tage zuvor hatte er noch die meisten Chancen der Eisbären gehabt, sie aber alle mit schwachen Schüssen vergeben. Darüber war gesprochen worden, jetzt demonstrierte Ziegler seine Lernfähigkeit.

Als Mannschaft konnten die Berliner gegenüber dem Spiel gegen Ingolstadt so etwas nicht nachweisen. Zwar ging der EHC nach dem Ausgleich von Aleksander Polaczek (26.) durch Barry Tallackson erneut in Führung (36.). Der Treffer fiel in doppelter Überzahl, die war tags zuvor Bestandteil des Trainings gewesen. Doch ihre unkonzentrierten Phasen brachten die Eisbären erneut in Schwierigkeiten. Erst traf Brent Aubin kurz darauf zum 2:2 (36.). Nach Zieglers zweitem Tor zum 3:2 (48.), dem eine schöne Kombination über Olver und Tallackson vorausging, ging es noch schneller, bis Wolfsburg das Aufmerksamkeitsdefizit der Eisbären nach ihren Toren zum dritten Ausgleich durch Gerrit Fauser nutzte (49.).

Waren die Berliner im letzten Drittel weitgehend die aktivere Mannschaft, so brachten sie sich in der Verlängerung selbst in Schwierigkeiten. Kapitän André Rankel musste auf die Strafbank, und in der Überzahl erzielte Jeff Likens den Siegtreffer für die Wolfsburger (62.). „Es war ein schnelles und intensives Spiel. Wolfsburg hatte immer eine Antwort. Unsere Jungs haben bis zum Ende gut gekämpft“, sagte Trainer Jeff Tomlinson, der am nächsten Wochenende mit seiner Mannschaft auf die Köln Haie und die Schwenninger Wild Wings trifft.

BM