Für das nächste Spiel kommt Verstärkung. Jonas Müller wird vom Kooperationspartner Dresden akquiriert, um die Verteidigung aufzufüllen. Denn dort ist der Platz von Constantin Braun frei, weil dieser wiederum in den dünn besetzten Angriff rückt. Sie müssen improvisieren dieser Tage beim EHC Eisbären. Von den fünf Verletzten kehrt nämlich keiner zurück für die Partie am Sonntag in Wolfsburg (14.30 Uhr).

Gegen den Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) aus Ingolstadt funktionierte das Improvisieren nicht so gut, für die Nachwuchsspieler Lukas Koziol, 18, und Kai Wissmann, 17, war die Partie einen Tick zu schnell und zu intensiv, um sie konstant einzusetzen. Mehrarbeit für die Arrivierten also, die damit auch ihre Mühe hatten an einem Tag, der irgendwie komisch verlief. Der mit einer verdienten 2:5-Niederlage endete, der aufgrund der vielen Torschüsse der Eisbären aber auch anders hätte ausgehen können. 40 Abschlüsse wurden für den EHC gezählt, nur 24 für Ingolstadt.

Gefühlt ein Viertel dieser Schüsse gab Sven Ziegler ab, der 20-Jährige hatte dabei oft sehr gute Positionen, schoss aber meist genau auf den Torwart. „Das haben wir ihm gleich nach dem Spiel gesagt“, erzählt Trainer Jeff Tomlinson. Ziegler ist jung, er muss lernen, mehr aus solchen Gelegenheiten zu machen. Gegen Ingolstadt konnte er auch sehen, wie schwer es ist, wenn sich die Mannschaft nicht an ihre vorgegebene Linie hält. „Sie haben Zweikämpfe gewonnen und waren gradlinig. Uns ist das nicht gelungen“, sagt Tomlinson über den Unterschied zwischen Ingolstadt und den Eisbären. Hinzu kam, dass das Zusammenspiel nicht immer klappte. „Wir waren teilweise zu unkonzentriert und zu unorganisiert“, so Stürmer André Rankel.

Nicht weiter besorgt

Was daraus entstand, konnte sein Team eigentlich nicht ans Ziel bringen. Ständig mussten sich die Berliner den Puck hart erkämpfen. „Das hat zu Einzelaktionen geführt, dadurch haben wir zu wenig als Team gespielt“, sagt Kapitän Rankel. In irgendeiner Weise besorgt war er deshalb nicht: „Solche Spiele gibt es einfach. Wir wissen, woran es lag.“ Ein bisschen an den Umständen, ein bisschen an den Spielern selbst.

In Wolfsburg beim Tabellenneunten dürfte die Berliner etwas sehr Ähnliches erwarten wie gegen Ingolstadt, ein aggressiver, laufstarker Gegner. Bevor die Mannschaft am Sonntagmorgen in den Bus nach Wolfsburg steigt, gibt es noch eine Teamsitzung. Zehn Minuten lang nur. Großen Aufarbeitungsbedarf sieht Trainer Jeff Tomlinson beim Sechsten der DEL also nicht.