Ganz schön groggy saß André Rankel in der Kabine auf seinem Platz. Das Spiel hatte ihn geschafft, doch der Kapitän des EHC Eisbären wirkte zufrieden. In der Champions Hockey League (CHL) war den Berlinern der erste Sieg im vierten Spiel geglückt. „Wir haben uns endlich mal belohnt. In den Spielen vorher waren wir nie die wirklich schlechtere Mannschaft. Das ist jetzt eine Genugtuung“, sagte der Stürmer nach dem 4:3 gegen Djurgarden Stockholm, bei denen der EHC vor zwei Tagen 2:3 unterlegen war.
Einen kleinen Makel begleitet den Erfolg, er kam erst nach Penaltyschießen zustande. Das schmälert die Chancen auf ein Erreichen des Achtelfinales, wozu der erste Platz in der Gruppe notwendig ist, auf eine eher theoretische Natur. Rechnerisch möglich ist es aber noch. In der Freude über den Sieg sagte Trainer Jeff Tomlinson daher: „Wir bleiben im Turnier. Die nächsten Spiele müssen wir gewinnen und dann sehen, was passiert.“ Nur wenn die Berliner in den letzten beiden Gruppenspielen gegen Zlin (Tschechien) und Fribourg (Schweiz) sechs Punkte holen und die anderen Partien mit den richtigen Siegern nach Verlängerung oder Penaltyschießen enden, ist Platz eins noch drin.
So weit mochte Rankel nicht denken. „Für mich ist es wichtig, dass wir so spielen, wie wir es wollen“, sagte der 29-Jährige. Gegen die Schweden funktionierte das meist ganz ordentlich. Petr Pohl (8.) und Frank Hördler (32./Überzahl) brachten den EHC zweimal in Führung. Vor 5660 Zuschauern agierten die Berliner druckvoll. Doch Strafzeiten führten erneut zu Toren der Gäste, so dass die Eisbären 2:3 in Rückstand gerieten. Der starke Tscheche Pohl glich allerdings mit seinem zweiten Treffer aus (51.) und führte sein Team so in Verlängerung plus Penaltyschießen, in dem er mit seinem dritten Tor sogar für den ersehnten Sieg sorgte. „Wir haben über das ganze Spiel Gas gegeben“, bilanzierte Trainer Tomlinson und hob Pohl sowie Torhüter Petri Vehanen hervor, der glänzende Paraden zeigte. Mit den beiden Zugängen scheinen den Eisbären hervorragende Griffe auf dem Transfermarkt geglückt zu sein.
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