Champions Hockey League

Die deutschen Klubs kämpfen nur noch um die Ehre

Die Eisbären wollen in der Champions Hockey League gegen Djurgarden endlich den ersten Sieg. Alle sechs DEL-Teams scheitern gerade daran, dem neuen Wettbewerb mehr Interesse zu verschaffen.

Foto: Claudio Bresciani / dpa

In Köln wurden am Sonnabend Häppchen gereicht, es wurde angestoßen. Vertreter der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) kamen dort zusammen, sie feierten sich und die Liga, die ihr 20-jähriges Jubiläum erlebt in diesen Tagen. Schwere Zeiten waren in diesen beiden Dekaden zu überstehen, vor allem in den Jahren nach der Gründung. Viel freundlicher stellt sich die Situation inzwischen dar, die DEL und ihre Klubs prosperieren.

Zumindest bei einigen Abgesandten der Klubs mischten sich aber auch ein paar Sorgen in die Festtagslaune. Will doch die Entwicklung der Liga nicht recht dazu passen, wie sich die sechs Vertreter in der Premierensaison der Champions Hockey League (CHL) schlagen. „Wenn man den Sport und den neuen europäischen Wettbewerb populärer machen will, muss man auch gewinnen“, sagt Peter John Lee. Er ist Manager des EHC Eisbären, dem siebenfachen DEL-Champion, und nach der Hälfte der Gruppenspiele sieht die Bilanz der Berliner ernüchternd aus. Drei Spiele, drei Niederlagen. So begeistert man niemanden. Die anderen tun es genauso wenig. In den ersten 21 Partien gelangen den Kölner Haien, den Adler Mannheim, dem ERC Ingolstadt, den Hamburg Freezers, den Krefeld Pinguinen und dem EHC zusammen nur drei Siege. Mit dem Achtelfinale muss sich kaum noch jemand befassen. Es geht vor allem noch darum, die Ehre zu retten.

Die Chance dazu haben die Berliner am Sonntag, sie treffen auf Djurgarden Stockholm (14.35 Uhr, O2 World und Laola1.tv). Am Freitag unterlag der EHC in Stockholm 2:3. Die Niederlage müssen sich die Eisbären selbst zuschreiben, etliche Strafzeiten kassierten sie, alle Gegentreffer fielen in Unterzahl. „Djurgarden war sehr stark, vor allem im Powerplay. Das hat den Unterschied ausgemacht”, so Trainer Jeff Tomlinson. Seine Mannschaft führt unter allen 44 CHL-Teilnehmern die Strafenzeitenliste an, das erschwert es, Siege einzufahren.

Ergebnisse entsprechen nicht der Wahrnehmung der DEL

So ganz verstehen kann Tomlinson das kollektive Versagen der DEL-Klubs nicht. „Das sollte nicht so sein. Bei einem Klub könnte man das erklären. Aber alle, das ist für mich ist das ein Rätsel“, sagt der 44-Jährige. Es widerspricht der allgemeinen Wahrnehmung der Stärke der DEL. „Wir müssen uns nicht verstecken. Wir laufen nicht nur hinterher“, sagt EHC-Stürmer Florian Busch. Und dass die österreichischen Klubs aus Wien und Salzburg ihre Gruppen anführen, Villach ebenso im Kampf um den Gruppensieg dabei ist wie Stavanger aus Norwegen, wird ja niemand als Beweis der Dominanz dieser Ligen werten. Zwei Klubs aus der bekannt starken Schweizer Liga, Kloten und Bern, befinden sich dagegen am Tabellenende.

Das legt nahe, dass der CHL noch nicht bei allen mit der nötigen Ernsthaftigkeit begegnet wird. Obwohl das wichtig wäre für die Etablierung des kontinentalen Wettbewerbs. Die Berliner sind sogar früher als üblich in das Training eingestiegen, um gut vorbereitet zu sein, andere Klubs ebenso. Ausgehend von seiner Mannschaft sagt Tomlinson: „Wir haben verloren, weil wir blöd waren.“ Das Jubiläum der DEL wird dadurch etwas getrübt.