Eishockey

Berliner Eisbären gewinnen dank Rankel gegen Ingolstadt

Meister Eisbären Berlin hat gegen Ingolstadt den Grundstein zum Einzug ins Viertelfinale gelegt. Für den einzigen Treffer vor 11.400 Zuschauern in heimischer Halle sorgte Kapitän Rankel.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Die Serie hat gehalten und die erste Hürde im Pre-Play-off ist genommen. Die Berliner Eisbären schlugen am Montagabend vor 11.400 Zuschauern in der O2 World den ERC Ingolstadt mit 1:0 (0:0, 1:0, 0:0).

Mit dem siebten Sieg in Folge führt das Team von Jeff Tomlinson in der Best-of-three-Serie mit 1:0 und kann bereits am Mittwoch auswärts ins Viertelfinale einziehen. Den entscheidenden Treffer erzielte Kapitän André Rankel, der bereits 72 Stunden zuvor mit einem Hattrick aus eine 0:1 ein 3:1 gemacht hatte.

„Es war klar, dass das ein ganz anderes Spiel werden würde“, sagte der Torschütze vom Dienst. „So ein enges Spiel gewonnen zu haben, gibt uns Selbstvertrauen und wir wollen die Serie jetzt am Mittwoch entscheiden.“

Vorsicht auf beiden Seiten

Bloß nicht gleich in Rückstand geraten, bloß keine unnötigen Strafzeiten – so in etwa dürften die Anweisungen gelautet haben, mit denen beide Mannschaften aufs Eis geschickt worden waren. Die Berliner hatten den Puck deutlich öfter als die Gäste, scheuten zunächst aber größere Risiken.

Die ersten Mutmacher waren zwei Weitschüsse von Casey Borer und Mads Christensen (8.). Frank Hördler, erstmals seit Ende Januar nach seiner Knie-Verletzung wieder dabei, scheiterte dann aus Nahdistanz wie auch T.J. Mulock (18.), als einer der Gäste auf der Strafbank saß. Das erste Drittel endete mit einer Torschuss-Bilanz von 11:4 zu Gunsten der Hausherren. Den ultimativen Beweis, dass Vorsicht im Play-off oberstes Gebot ist, lieferte allerdings Ingolstadts Thomas Greillinger mit einem krachenden Lattentreffer wenige Sekunden vor der ersten Sirene.

Tore fielen auch weiterhin nicht. Die bis dahin beste Chance vergab Mads Christensen, nachdem er von Daniel Weiß am langen Pfosten bedient worden war (23.), die nächste Florian Busch aus vollem Lauf, den Schuss wehrte Gäste-Torwart Timo Pielmeier mit dem Helm ab (29.). Zudem war das zweite Überzahlspiel ohne zählbaren Erfolg geblieben. Im Spielaufbau hatten einige unnötige Scheibenverluste für Gefahr gesorgt.

Rankel stand goldrichtig

Die Iserlohner wurden, nachdem sie mehr als 30 Minuten ohne Gegentor geblieben waren, mutiger – sodass Eisbären-Torhüter Rob Zepp jetzt ähnlich viel zu tun bekam wie sein Gegenüber.

Der Gäste-Torwart entschärfte zwei Riesen-Chancen von Florian Busch (29.) und Mark Bell (33.), Zepp rettete gegen John Laliberte, gegen Patrick Köppchen half erneut der Pfosten (37.). Dann endlich übernahm der Kapitän, dem Ingolstadt ganz besonders zu liegen scheint. Rankel stand goldrichtig, als Pielmeier einen Schuss von T.J. Mulock nicht festhalten konnte. Sein erlösendes 1:0 fiel zu einem sicherlich günstigen Zeitpunkt, nämlich sechs Sekunden vor Ende des Mittelabschnitts.

„Wir haben das erste Drittel kontrolliert, dann aber den Faden verloren“, gestand der Kapitän. „Beide Teams haben auf Fehler des Gegners gewartet und wir haben einen genutzt, Wir führen in der Serie 1:0 und haben noch Potenzial.“

Die Ingolstädter wussten, dass sie jetzt mit mehr Risiko spielen müssten, wenn nicht bereits am kommenden Mittwoch das Aus drohen sollte. Für die Hausherren galt es gleich bange vier Minuten zu überstehen, weil Bell und Shawn Lalonde auf der Strafbank saßen, danach allerdings stabilisierte sich ihr Spiel, auch dank einer Glanzparade von Zepp gegen den allein auf ihn zu stürmenden Robert Sabolic (49.). Dass die Berliner Überlegenheit gegen Ende der Partie nicht noch weitere Tore nach sich zog, lag an Torwart Pielmeier, der wie sein Kollege auf der anderen Seite der große Rückhalt seiner Mannschaft war. Mit dem kleinen, aber entscheidenden Unterschied, dass Zepp einen Shut-out, ein Spiel ohne Gegentreffer, feiern durfte. der hatte auch Bestand, als die Gäste mit sechs Feldspielern die Verlängerung erzwingen wollten.

Eisbären-Coach Tomlinson hatte „ein sehr gutes Play-off-Spiel“ gesehen und freute sich, „dass wir in der Lage sind, so enge Spiele zu gewinnen. Am Mittwoch erwartet uns aber noch ein ganz langer Weg.“ Neben Rankel werden noch zwei Eisbären mit besonderer Freude angestoßen haben. Shawn Lalonde ließ seinen 24. Geburtstag als Sieger ausklingen, Constantin Braun feierte in seinen 26. hinein, zudem hatte er in dieser ersten Play-off-Partie sein 400. Spiel für die Eisbären bestritten.