Die Regeln erlauben es, ein gutes Gefühl kommt dabei trotzdem nicht auf. Nur eines seiner vergangenen sechs Spiele gewann der EHC Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nicht, gegen die Straubing Tigers war das. Dieser Klub, für den inzwischen das Play-off nicht mehr erreichbar ist, hat sich nun entschieden, zwei seiner besten Stürmer ab sofort ins Ausland zu verleihen.

Allerdings spielt Straubing noch gegen München, das um den direkten Viertelfinaleinzug kämpft. Und es nun wohl etwas leichter hat als Köln, das zuletzt ebenfalls gegen Straubing unterlag. Auch Iserlohn tritt noch gegen die Tigers an, ein direkter Kontrahent der Berliner im Duell um den letzten Pre-Play-off-Platz, um Rang zehn.

Das gehört in die Kategorie von Dingen, von denen die Spieler oft sagen, dass sie sie nicht kontrollieren können. Es scheint den Eisbären auch nicht viel auszumachen, die vergangenen Wochen gestalteten sich sehr positiv. „Wir suchen ja immer nach Konstanz“, sagt Trainer Jeff Tomlinson, „im Moment spielen wir konstant.“

Platz acht ist aus eigener Kraft erreichbar

Dadurch befinden sich die Berliner nun in einer nicht unkomfortablen Situation. „Wir haben die Möglichkeit, nur auf uns zu schauen. Alles liegt in unseren Händen“, erzählt Torhüter Rob Zepp. Aus eigener Kraft können die Eisbären in den letzten vier Partien der Hauptrunde noch auf Platz acht vorstoßen und sich im Pre-Play-off das Heimrecht sichern.

Einigen ist das zu weit gedacht. „Wir gucken erst einmal, dass wir überhaupt reinkommen“, so der Trainer. Schon gegen München am Freitag kann es so weit sein (19.30 Uhr), am Sonntag könnte es auch ein kleines Endspiel gegen Augsburg geben (14.30 Uhr, beide O2 World). Egal, wie es kommt, nur eines erscheint wirklich wichtig: Die Mannschaft ist endlich im richtigen Modus, um ihre Aufgaben bewältigen zu können.

„Wir arbeiten generell viel besser in der Defensive, lassen wenig Konter zu und blockieren Schüsse“, freut sich Torhüter Zepp. Selbst im Training kommt diese neue Mentalität rüber. „Die Spieler opfern sich jetzt auf“, sagt Tomlinson. Barry Tallackson und Kris Sparre etwa schmissen sich bei einer Überzahlübung aufs Eis, um einen versprungenen Puck unbedingt zuerst zu erreichen.

Leidenschaft auf dem Eis als Schlüssel zum Erfolg

Solche Leidenschaft sieht der Trainer gern. Sie war nicht immer da in dieser Saison, aber jetzt ist sie ein Schlüssel, um das Pre-Play-off und vielleicht sogar mehr zu erreichen. Tomlinson hält Letzteres nicht für abwegig. „Wenn wir gesund sind, sind wir eine Mannschaft, die etwas bewegen kann“, sagt der 43-Jährige.

Als selbstverständlich betrachtet er aber nichts, dafür hatten die Berliner in dieser Saison einfach auch zu wenig Glück. Stürmer Matt Foy etwa humpelte am Donnerstag mit Oberschenkelproblemen vom Eis, Einsatz fraglich. Da Florian Busch zurückkehrt, wird das im Zweifelsfall aufgefangen. Und die Aktion der Straubinger könnte bei den Berlinern zusätzlich eine Trotzreaktion befördern.