EHC-Krise

Banges Warten bei den Berliner Eisbären auf Torhüter Zepp

Der Stamm-Keeper der Eisbären fällt schon seit Weihnachten aus, Ersatzmann Elwing kann das nicht kompensieren. Am Wochenende besteht jedoch die Chance, dass Nationalspieler Rob Zepp zurückkehrt.

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Die Erklärungen wiederholen sich, nach jedem Spiel werden Fehler als Grund für die Niederlagen genannt. Nach jedem Spiel heißt es, man müsse daraus lernen. Gelingen will das den Spielern des EHC Eisbären aber nicht, es setzt kein Effekt ein. Stattdessen geht der Trend eher in die andere Richtung, das Spiel des Titelverteidigers der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wird desolater. Allen Durchhalteparolen, die zehn Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde zu hören sind und den erbitterten Kampf um den zehnten und letzten Play-off-Platz verkünden, nimmt das die Kraft der Überzeugung.

Kann dem Tabellenelften überhaupt noch etwas aus dem Schlamassel helfen? Die Rückkehr von Stammtorhüter Rob Zepp könnte so ein Rettungsanker sein. „Jeder, der wieder gesund wird, würde frischen Wind reinbringen“, sagt Trainer Jeff Tomlinson angesichts von sieben Ausfällen. Doch gerade die Sehnsucht nach dem Nationalspieler erscheint in letzter Zeit bei einigen größer und größer. Denn Vertreter Sebastian Elwing vermag es nicht, der Mannschaft genügend Ruhe und Stabilität zu vermitteln.

Alleinige Schuld trägt der 33-Jährige sicher nicht. „Es ist eine Mannschaft, wir gewinnen und verlieren gemeinsam. Außerdem ist es oft eine Kette von Fehlern, die zu einem Tor führt“, sagt er. Ein Faktor, der ihm das Leben schwer macht, ist die schludrige Arbeit seiner Vorderleute. „Wir legen den Gegnern die Chancen einfach so hin“, sagt Verteidiger Frank Hördler. Beim 2:4 gegen Krefeld am Sonntag leitete Elwing mit schwachen Pässen zwei Gegentore jedoch selber ein. Generell wirkt er genauso unsicher wie seine Kollegen vor ihm.

Die Schlüssel-Paraden fehlen bei Elwing

Kurz vor Weihnachten fiel Zepp mit einem Rippenbruch aus, seither sind 13 Partien vergangen, vier wurden gewonnen, neun verloren. Fast vier Gegentore pro Partie gab es. Elwing gilt als guter Typ, der in der Mannschaft gemocht wird. Die Herausforderung so vieler Spiele in Folge erweist sich allerdings als zu groß. Nach dem Spiel gegen Hamburg am Freitag (4:7) sagte Freezers-Trainer Benoit Laporte: „Meine Torhüter machen die richtigen Paraden zur richtigen Zeit.“ Sie machen die Schlüssel-Paraden, mit denen Spiele gewonnen werden. Darin ist auch Zepp ein Meister. Elwing hingegen gelingen diese Paraden nur selten, was die Siegchancen der Mannschaft verringert, da es die Kollegen mit einem Gefühl des Zweifels zurücklässt.

Mit Zepp bestünde die Chance, dass die Mannschaft mental robuster wird, selbstsicherer. In den vor den Berlinern liegenden Schlüsselspielen in Iserlohn und gegen Düsseldorf würde das sehr helfen. Hoffnung auf eine Rückkehr gibt es immerhin. „Die Aussichten liegen bei 50:50“, sagt Tomlinson.