Eishockey

Eisbären Berlin nach fünfter Niederlage weiter im freien Fall

Die Berliner haben am Abend vor heimischem Publikum gegen die Krefeld Pinguine 2:4 verloren. Sie fanden kaum ein Mittel, um den spielerisch eindeutig besseren Gegner in Bedrängnis zu bringen.

Foto: Arno Burgi / picture alliance / dpa

Es klang etwas sarkastisch. Zum Einstimmen auf das bevorstehende Spiel des EHC Eisbären verkündete der Hallensprecher am Sonntagabend in einem Tonfall, der Vorfreude erzeugen sollte: „Wir haben heute etwas ganz Dolles vor.“

Was könnte das sein? So dürfte es einigen der 12.400 Besucher in der O2 World durch den Kopf gegangen sein. Dann schob der Anheizer nach: „Wir wollen gewinnen!“

Solcherlei Selbstironie hat ihren Charme, sie macht sympathisch, weil man darüber schmunzeln kann. Nur ist die Realität dahinter für die Berliner nichts, was Anlass zur Freude bietet. Die Mannschaft ist offenbar nicht mehr in der Lage, Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu gewinnen. Und das ist ziemlich erschreckend für den Titelverteidiger.

Gegen die Krefeld Pinguine unterlag der Meister 2:4 (1:1, 0:2, 1:1). „Wir sind sehr enttäuscht von unserem Spiel. Das war nicht genug von uns“, sagte Trainer Jeff Tomlinson.

Dem Team entgleitet die Saison

Zum zweiten Mal in dieser Spielzeit haben die Eisbären fünf Partien in Folge verloren. In einer Phase, in der sie angreifen wollten, um den zehnten Platz und damit den Einzug in das Pre-Play-off zu erreichen, entgleitet der Mannschaft die Saison.

„Es wird immer prekärer“, sagte Verteidiger Frank Hördler an seinem 29. Geburtstag. Mit vier Zählern rangieren die Berliner hinter Augsburg auf Platz elf. Am Freitag müssen sie bei den Iserlohn Roosters antreten, die sich gerade mit einer beeindruckenden Serie von Rang zwölf auf acht vorgearbeitet haben. Sonntag kommt zwar der Tabellenletzte, doch gegen Düsseldorf gelang in bisher drei Partien kein Erfolg. Das Ziel des Pre-Play-off könnte bald passé sein.

In den ersten drei Partien dieser Negativserie kamen die Niederlagen noch unglücklich daher, die Berliner hatten gute Siegchancen. Von den letzten beiden Spielen lässt sich das nicht behaupten. Tabellenführer Hamburg (4:7) ist derzeit eine Klasse für sich, Krefeld als Dritter erlaubte den Berlinern ebenfalls nur bedingt Hoffnung. Lange Zeit erwies sich der EHC in vielen Belangen als zu wenig durchsetzungsfähig, klare Aktionen zum Tor ergaben sich wenige. Krefeld besaß da deutliche Vorteile und ging durch Patrick Klöpper in Führung (7.). Nach einer der seltenen guten Kombinationen gelang Sven Ziegler das 1:1 (18.).

Berliner viel zu zaghaft

Trotzdem präsentierten sich die Berliner weiter sehr zaghaft, die Erlebnisse die vergangenen Wochen haben Spuren hinterlassen. „Bei uns hat man Nervosität gesehen“, so der Trainer. Verunsichert und mit wenig Struktur wurde der Puck über das Eis getrieben, in der Defensive fehlte es an Zuordnung. „Wir waren nicht nah genug am Mann“, sagte Verteidiger Constantin Braun.

Daher musste Krefeld sich nicht sehr anstrengen, erneut in Führung zu gehen; Adam Courchaine traf doppelt (26./31.). „Vom Gegner wurden wir gar nicht so sehr unter Druck gesetzt. Wir haben ihn eingeladen“, sagte der Trainer. Die Situation erzeugte zittrige Hände. „Aus diesem Gefühl, so viele Spiele verloren zu haben, ist schwierig rauszukommen“, erzählte Hördler. Dadurch passierten die Fehler, die erneut auch Torhüter Sebastian Elwing unterliefen, von ganz allein, ohne Einwirkung des Gegners.

Nur kurz gaben die Berliner ein anderes Bild ab. Mit dem Anschlusstreffer von Mark Bell in Unterzahl (45.) entwickelte der EHC ein paar Minuten lang so etwas wie Euphorie. Die Krefelder beeindruckte das aber nicht. Kevin Clarke erzielte in doppelter Überzahl das 4:2 (54.) und entschied die Partie. Zehn Spiele bleiben den Eisbären jetzt noch, um Platz zehn zu erklimmen. „Wir werden nicht aufgeben“, sagte Trainer Tomlinson und klang dabei zumindest ein bisschen kämpferisch.