DEL

Berliner Eisbären stellen Ziele für 2014 auf den Prüfstand

Die Berliner halten an ihrem Anspruch fest, direkt in das Viertelfinale des Play-off einziehen zu wollen. Diese Absicht kann sich schon in den nächsten beiden Spielen als zu große Hürde herausstellen.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Für Peter John Lee beginnt jedes neues Jahr eigentlich recht freudvoll. Einen Tag nach Neujahr feiert er Geburtstag, am Donnerstag war es schon sein 58. Lee bemühte sich auch um gute Laune, als er im Sportforum aus seinem Büroraum kam. Doch die Ansätze verflogen immer wieder schnell. Seinen Beruf kann er halt nicht ausblenden, und als Manager des EHC Eisbären hat er gerade nicht viel zu lachen.

Das alte Jahr endete für den Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) mit einer Ernüchterung, einer wiederholten. Gegen den Tabellenletzten Düsseldorf unterlag der EHC (1:2 n.P.), schon zum dritten Mal. Erneut gingen Punkte verloren, die dringend benötigt werden. Denn auch mit dem neuen Jahr bleiben die Ziele erhalten. „Wir wollen Platz sechs erreichen und betrachten das als realistisch“, sagt Trainer Jeff Tomlinson.

Nur ist Platz sechs und damit die direkte Viertelfinalqualifikation für den Neunten zehn Punkte entfernt. Sollte in den ersten beiden Partien in 2014 am Freitag in München und am Sonntag gegen Schwenningen nicht gewonnen werden, lässt sich die Zielstellung kaum mehr halten.

Den Eisbären gehen bei ihren Spielen zu viele Punkte verloren

Schon jetzt spricht viel gegen die Eisbären. Zwar sehen die Berliner naturgemäß zunächst das Gute. „Wir haben zuletzt ganz ordentlich gespielt“, sagt Verteidiger Shawn Lalonde. Stürmer Travis Mulock glaubt: „Wir haben genug Selbstvertrauen, um uns durchzusetzen.“ Doch Mulock kommt auch nicht umhin, die Fakten anzuerkennen. Viele der Mannschaften, die vor den Berlinern rangieren, haben kaum mehr Spiele verloren als die Eisbären. München und Ingolstadt als Achter und Siebter haben sogar einmal öfter verloren. Die Eisbären jedoch vergeben zu viele Punkte, indem sie zu oft erst in Verlängerung und Penaltyschießen gewinnen. „Das ist ein Unterschied zu früher. Da hatten wir einfach mehr Erfahrung, da ist uns so was nicht oft passiert“, so Mulock.

Sechs Ausfälle gegen München

Nun gleicht die Saison einem hin und her. „Wir machen immer wieder einen Schritt zurück“, weiß auch Mulock. Die Auswärtsschwäche ist so eklatant, dass es nie gelingt, eine richtige Serie zu starten. Drei Siege am Stück, die es auch nun zweimal gab, reichen nicht, um die Lücke zu schließen, die man sich am Anfang eingehandelt hat. Dass es nun besser wird, erscheint angesichts des Verletzungsproblems zu optimistisch gedacht. Gegen München fehlen sechs Spieler. „Trotzdem haben wir genug Qualität im Kader“, sagt Tomlinson. Darüber werden die nächsten Wochen Aufschluss geben. Lee wird genau hinschauen und auch „die Tabellensituation in die Bewertung unserer Spieler einbeziehen“. Wahrscheinlich müssen ein paar langjährige Eisbären-Profis, die noch keine Vertragsverlängerung haben, im Sommer nach einem neuen Betätigungsfeld suchen.