Der Vergleich durfte als interessant gelten. Der Neunte der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) traf auf den Neunten der schwedischen Eliteklasse. Eine Liga, die nach der nordamerikanischen NHL und der pan-russischen KHL als drittbeste der Welt bezeichnet wird. Ein gewisses Ungleichgewicht konnte also erwartet werden. Spielerisch war das dann allerdings weniger zu beobachten, die mangelnde Disziplin machte dem EHC Eisbären in seinem ersten Gruppenspiel beim Finalturnier der European Trophy viel mehr zu schaffen. Daher verlor der Deutsche Meister auch gegen Färjestads BK 0:4 (0:0, 0:3, 0:1).

Doch die Niederlage vor lediglich 3900 Zuschauern in der O2 World wiegt für die Berliner weniger schwer als der mögliche Verlust von Torhüter Rob Zepp. Nach 16 Minuten musste der Nationalspieler vom Eis. EHC-Stürmer Barry Tallackson hatte den Schweden Milan Gulas im Zweikampf in Zepp hineingeschoben, woraufhin der mit dem Rücken hart gegen den Pfosten prallte. Unverzüglich wurde der Torhüter ins Krankenhaus zur näheren Untersuchung gebracht. Der vorläufige Verdacht lautete auf eine Rippenprellung. Ein langer Ausfall des Goalies, für den Sebastian Elwing ins Spiel kam, wäre ein herber Schlag für die Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson im Kampf um die direkte Play-off-Qualifikation in der DEL. Oft genug rettete Zepp wichtige Zähler für das schwächelnde Team, das ohnehin genug Verletzungspech zu beklagen hat. Gegen Färjestad fehlten drei Spieler.

Dennoch hielten sich die Berliner anfangs gut. Was wohl auch daran lag, dass es tags zuvor im schwedischen Duell zwischen Färjestad und Frölunda Göteborg (5:2) sehr intensiv zuging. Shawn Lalonde traf den Pfosten (14.), Tallackson vergab in guter Position (21.). Doch durch einen Konter geriet der EHC in Rückstand, Gulas war der Torschütze (21.). Offen blieb die Partie danach nur kurz, weil die Berliner ihre Nerven nicht im Griff hatten und oft auf die Strafbank mussten. Erneut Gulas traf in doppelter Überzahl (32.). Wenig später musste Topscorer Julian Talbot wegen eines Stockstichs in die Kabine, weitere Strafzeiten führten zu einer wiederholten doppelten Unterzahl der Eisbären, die in das 0:3 durch Per Ahslund mündete und damit in die frühe Entscheidung (38.). Jack Connolly erzielte den vierten Treffer (48.).

Für das Turnier ist das undankbar, denn Färjestad steht mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel der Gruppe A als Finalist für Sonntag bereits fest (20.15 Uhr, O2 World und ServusTV). Ebenso ist der Gegner ermittelt, zuvor hatte JYP Jyväskylä den schwedischen Titelverteidiger Lulea mit 3:2 (n.P.) geschlagen. Nach dem 3:1 über Djurgarden Stockholm war es auch für die Finnen der zweite Sieg und damit Platz eins in ihrer Dreiergruppe. Die Partien am Sonnabend zwischen Lulea und Djurgarden (17 Uhr) sowie den Eisbären und Frölunda (20.30 Uhr, O2 World und ServusTV) haben nur noch statistischen Wert.