Es muss nicht immer schön aussehen, man darf auch mal die Brechstange rausholen. Gerade, wenn sich der sonst eher gehobene Stil als unwirksam erweist. Dann darf der Puck auch mal ganz stupide in die gegnerische Zone gedroschen werden und alles stürmt hinterher.
So wie es der EHC Eisbären praktizierte gegen die Iserlohn Roosters. Mehr als zwei Drittel lang scheiterten alle schönen Versuche, bis der Trainer auf „ganz primitives Eishockey“ umstellen ließ. Das brachte den Berlinern den Ausgleich, am Ende sogar den Sieg (2:1), wenn auch erst nach Penaltyschießen.
Erst zum zweiten Mal in dieser Saison gelang es dem Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) damit, drei Spiele in Folge zu gewinnen. Ein recht magerer Rekord wurde also eingestellt, was dennoch heiter stimmte. „Wir müssen zwar immer noch sehr aufpassen, dass wir nicht zu viele Konter zulassen. Aber an sich sind wir schon gut drauf“, sagt Barry Tallackson, Torschütze und derzeit Interimskapitän. Dass es statt drei gegen Iserlohn zwei Zähler wurden, versah er zwar mit einem „nur“.
„Zwei Punkte, die wir unbedingt brauchten“
Letztlich wertete der US-Amerikaner aber auch das als Erfolg: „Es waren zwei Punkte, die wir unbedingt brauchten.“ Früher mussten die Berliner die Tabelle zu dieser Jahreszeit kaum im Blick behalten. Derzeit empfiehlt sich das schon. Platz sechs und damit die direkte Viertelfinal-Qualifikation ist sieben Zähler entfernt für den Neunten. „Wir schauen natürlich darauf“, sagt Tallackson. Jede Niederlage würde die Berliner immer mehr in die Gewissheit treiben, erstmals seit 2007 in das Pre-Play-off zu müssen.
Anders als Tallackson hält der Trainer wenig von der Tabellenschau. „Nach dem Spiel haben ich den Co-Trainern gesagt, sie sollen die Computer zuklappen. Wir sollten nun auf uns selbst schauen“, so Jeff Tomlinson. Nach oben klettern könne sein Team ohnehin nur, wenn es gewinnt. Was die anderen machen, sei daher ziemlich egal.
Wenn der Blick auf das Tableau die nötige Dringlichkeit in das Handeln der Spieler bringt, kann er sich allerdings doch lohnen. „Wir müssen jedes Spiel mit ein Stück Verzweiflung angehen, als wäre es unser wichtigstes Spiel“, sagt Tallackson. Vielleicht hilft das, um beim Zweiten in Nürnberg am Sonntag erstmals in dieser Saison den vierten Sieg in Folge einzufahren. Notfalls auch mit primitiven Mitteln.
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