Eishockey

Neuer Eisbären-Star Mark Bell musste schon mal ins Gefängnis

Der Eishockey-Meister EHC Eisbären hat einen neuen Stürmer verpflichtet: den Kanadier Mark Bell. Die Karriere des einstigen NHL-Stars wurde durch einen Unfall unter Alkoholeinfluss gebremst.

Foto: Ralph Goldmann / pa

Die Profis des EHC Eisbären wussten es schon seit dem Medizincheck in der Vorwoche. Vor der Abreise zum Spiel in Straubing, das sie am Dienstagabend nach enttäuschender Vorstellung mit 1:3 (0:2, 1:0, 0:1) verloren und bei dem Casey Borer den einzigen Berliner Treffer erzielte, verkündete es Manager Peter John Lee nun auch offiziell.

Der Eishockey-Meister hat sich bis Saisonende die Dienste des kanadischen Stürmers Mark Bell gesichert. Der 33-Jährige absolvierte bereits 459 NHL-Spiele und stand im Vorjahr in Iserlohn unter Vertrag (13 Tore).

Schulterverletzung auskuriert

Bell hatte im Sommer wegen einer Schulterverletzung den Medizincheck nicht bestanden, sein Kontrakt dadurch die Gültigkeit verloren. Er hielt sich aber beim Team fit und meisterte nun alle Tests in Berlin. „Ich bin seit geraumer Zeit komplett beschwerdefrei“, sagte Bell. „Für die Eisbären zu spielen, ist toll: Sie sind das Aushängeschild im deutschen Eishockey“, sagte Bell, der Freitag gegen München erstmals auflaufen will.

Bell galt einst als Riesentalent, wurde von den Chicago Blackhawks an achter Position gedraftet. Ein großer NHL-Star wurde allerdings nie aus ihm. Auch weil im Sommer 2007 ein Unfall sein Leben auf den Kopf stellte: Bell fuhr mit seinem Wagen auf einer Überlandstraße in Kalifornien in einen Laster. Weil er betrunken war und Fahrerflucht beging, wurde er zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Letztlich musste er dort zwei Monate gemeinnützige Arbeit leisten.

In der NHL kam er nach dem Unfall nicht mehr richtig in Tritt

Bells Ruf war aber dahin, in der NHL kam er nie mehr in Tritt. „Ich nahm es für selbstverständlich, in der NHL spielen zu können“, sagte Bell dem „Tagesanzeiger“ in der Schweiz, wo er 2009 bis 2011 für Kloten auflief. „Der Unfall hat mich aufgeweckt.“ Es habe fünf lange Jahre gedauert, eine Person zu werden, zu der er selbst stehen könne. „Aber jetzt mag ich das Leben, das ich führe.“ Das hoffen die Eisbären auch. Sie glauben an ein ähnliches Happy End wie bei Deron Quint, der vor seinen Titeltriumphen mit dem EHC sogar alkoholsüchtig gewesen war. Wie das Spiel in Straubing zeigte, wird er dringend gebraucht.

Helfen wird Bell, dass Berlins Co-Trainer Vince Malette sein Jugendcoach in Ottawa war. „Zudem habe ich schon mit Julian Talbots großem Bruder Joe zusammen gespielt. Die beiden sind sich sehr ähnlich“, sagte Bell.