Die Eisbären haben wohl endgültig ihr Formtief hinter sich. Nach dem 6:3 am Freitag gegen den Tabellenvierten Ingolstadt, bei dem die Berliner einen 0:2-Rückstand noch gedreht hatten, folgte am Sonntag gegen den Dritten Krefeld der so herbei gesehnte nächste Sieg.
Held des Tages im Team von Jeff Tomlinson war Julian Talbot, der beim 3:1-Erfolg (1:1, 0:0, 2:0) die beiden entscheidenden Tore schoss und das Sechs-Punkte-Wochenende perfekt machte.
„Das war wirklich ein großes Wochenende für uns“, strahlte der zweifache Torschütze und blickte noch einmal auf die erste Drittelpause am Freitag zurück. „Da ist der Coach ziemlich hart mit uns ins Gericht gegangen, und seitdem sind wir ein anderes Team.“
Es war gleich etwas von dem frisch gewonnenen Selbstbewusstsein im Auftreten der Eisbären zu spüren, allerdings musste das erst mal darauf verwandt werden, Gegentore zu verhindern. Erst nach den Strafzeiten für Jens Baxmann, Shawn Lalonde und Christoph Kabitzky und einigen Paraden von Torhüter Rob Zepp konnten sich die Berliner dann nach vorn orientieren. Hilfreich war in dieser Phase, dass jetzt auch die Gäste vermehrt in Unterzahl agieren mussten. In der 15. Minute traf Daniel Weiß noch das Außennetz, dann aber überwand Julian Talbot Gäste-Torwart Tomas Duba tatsächlich zum 1:0 (17.). Die Freude währte allerdings keine zwei Minuten, nach dem Ausgleichstreffer von Kevin Clark zum 1:1 (18.) war die Partie wieder völlig offen.
Die Fans hatten endlich wieder Spaß
Beim Sieg gegen Ingolstadt hatte es am Freitag mit 11.200 Zuschauern einen Bundesliga-Minus-Rekord der Eisbären gegeben. Der hat auch weiterhin Bestand, denn das Spiel gegen Krefeld sahen 12.300 Fans. Und denen war anzumerken, dass es ihnen wieder mehr Spaß machte, hinter ihrer Mannschaft zu stehen. Wäre es möglich, einen Puck ins Tor zu brüllen, sie hätten es gestern geschafft. Besonders laut wurde es, als gegen die Krefelder im Mitteldrittel gleich zwei Disziplinarstrafen verhängt wurden. 5:13 Minuten spielten die Berliner in Überzahl, konnten sich aber bei ihren lautstarken Anhängern nicht mit einem oder vielleicht sogar mehreren Toren bedanken. Die Krefelder verteidigten geschickt, das zweite Drittel blieb torlos.
„Es tat wirklich gut, die Fans wieder lauter zu hören“, erzählte Talbot. „Das hilft uns sehr.“
Anfang des Schlussabschnitts wurde es erneut laut in der O2 World. Dieses Mal galt es allerdings, die Abwehrkräfte der Eisbären zu stärken, die nun ihrerseits Strafen verbüßen mussten. Aber die Bilder ähnelten denen zuvor. Defensiv wurde auf beiden Seiten auch numerisch dezimiert mit vollem Einsatz zur Sache gegangen, wirklich zwingende Chancen wurden kaum herausgespielt.
Talbot macht mit seinem zweiten Treffer alles klar
„Kämpfen und siegen“ schallte es auch noch zehn Minuten vor dem Ende aus Tausenden von Kehlen. Das eine taten die Eisbären ja schon längst, wer gewinnen würde, stand allerdings noch immer nicht fest. Die Gastgeber hatten zwar mittlerweile klarere Chancen, scheiterten aber wie Kristopher Sparre am Goalie der Pinguine. Erst mit der nächsten Strafzeit, die gegen Krefeld verhängt wurde, kam auch die Entscheidung. Gerade als die Eisbären sich vor dem Krefelder Tor festsetzen wollten, sprang die Scheibe vor den Schläger von Julian Talbot. Der Kanadier stoppte nicht, sondern zog einfach ab und beendete 3:24 Minuten vor dem Ende endgültig die Krise der Eisbären.
Barry Tallackson traf dann noch ins leere Gäste-Tor, als die Krefelder Duba zu Gunsten eines Feldspielers heraus genommen hatten. Mit dem 3:1 war das Sechs-Punkte-Wochenende perfekt. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Coach Tomlinson. „Krefeld war gut vorbereitet, hat schlau gespielt und gekämpft. Wir mussten den Kampf annehmen und gleichzeitig geduldig bleiben. Auf dieses Wochenende können wir aufbauen.“
Am Freitag treten die Berliner in Iserlohn und am Sonntag in Wolfsburg an.
dpa/sei





