Eishockey

Erste Saisonniederlage der Eisbären bei Spitzenreiter Krefeld

Gegen die Pinguine schaffte es der Titelverteidiger nicht, die starke Überzahlbilanz des ersten Wochenendes zu bestätigen. Stattdessen blieben die Berliner beim 0:2 erstmals in der Saison ohne Treffer.

Foto: Armin Weigel / dpa

Die Ansage ist ziemlich defensiv. Besonders für den Meister und damit Titelverteidiger. Gerade 18 Punkte aus den ersten zehn Spielen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hat Trainer Jeff Tomlinson als Vorgabe für den EHC Eisbären formuliert. Etwas mehr als 50 Prozent der möglichen Zähler sind das nur, für die Berliner stellt das eigentlich keine große Hürde dar.

Nach dem dritten Spieltag haben die Eisbären zwei Drittel der Partien gewonnen, denn im Spitzenspiel der beiden einzigen Mannschaften ohne Punktverlust am ersten Wochenende setzte es für den Meister die erste Saisonniederlage. Dem Tabellenführer Krefeld Pinguine unterlag der EHC am Freitagabend mit 0:2 (0:0, 0:1, 0:1) und rutschte auf den fünften Rang ab.

Mit seiner Zielsetzung hat sich Tomlinson nicht nur vornehm zurückgehalten. Als neuer Coach passt er hier und da einige Dinge an, das verläuft nicht ohne Reibungen. Trotz der beiden Siege am ersten Wochenende sagte er: „Wir haben noch Luft nach oben.“ Und außerdem: Von den ersten zehn Spielen der Saison finden gleich sieben auf fremdem Eis statt. Da lassen sich die Punkte meist nicht so üppig einplanen wie daheim.

Mit 3:0 in den Urlaub geschickt

Gerade in Krefeld lief es für die Berliner zuletzt allerdings sehr gut. Im Play-off der Vorsaison standen sich beide Mannschaften im Halbfinale gegenüber, und die Pinguine hatten dabei den Vorteil, die Serie zu Hause beginnen zu können. Allerdings stellte sich das für die Eisbären nicht als Problem heraus, mit 3:0 Siegen schickten sie die Rheinländer in den Urlaub, zwei der Erfolge wurde in Krefeld gefeiert.

Es hätte auch gleich so weitergehen können. Die Pinguine mussten schnell mit zwei Mann weniger auskommen (8.), die Berliner allerdings nutzten die doppelte Überzahl nicht. Damit bestätigte Krefeld die hervorragende Unterzahl-Bilanz des ersten Wochenendes, an dem die Pinguine keinen Treffer bei dezimiertem Personal hinnehmen mussten. Hingegen gelang es Tomlinsons Mannschaft nicht, die starke Überzahl-Bilanz beizubehalten, stattliche 42,9 Prozent der Situationen wurden zuvor erfolgreich abgeschlossen.

Viel Arbeit für Torhüter Zepp

Krefeld beflügelte die überstandene Gefahr, die Mannschaft von Trainer Rick Adduono wurde immer gefährlicher. Trotz einiger Verletzungssorgen übernahmen die Gastgeber die Initiative und deckten EHC-Torhüter Rob Zepp mit reichlich Arbeit ein. Nach der ersten Pause hingegen wurde die Partie ausgeglichener, beide Mannschaften zeigten ihre läuferischen Qualitäten und ließen nicht viele offensive Aktionen zu. Darüber hinaus agierten die Kontrahenten recht diszipliniert. Möglichkeiten für die Berliner, die eigene Bilanz im Powerplay zu optimieren und die der Krefelder in Unterzahl zu verschlechtern, ergaben sich fast nicht mehr.

Krefeld kann aber nicht nur in Unterzahl gut verteidigen, sondern generell. Zwar ergaben sich ein paar Chancen für die Eisbären, richtig gefährlich wurden die Berliner jedoch nicht. Dagegen bot die EHC-Defensive größere Angriffsfläche, einen Konter schloss Kevin Clarke mit dem Führungstreffer ab (37.). Adam Courchaine nutzte ein Powerplay zum 2:0 und sorgte für die Vorentscheidung (50.). Dem Ziel der 18 Punkte sind die Eisbären damit nicht näher gekommen. Am Sonntag besteht wieder die Chance dazu. In Nürnberg, dem neben Krefeld einzig noch ungeschlagenen Team, muss der EHC ran.