Die Einschulung naht, am Sonnabend ist es soweit, dann werden aus Kindergartenkindern wieder Erstklässler. Das ist an sich schon ziemlich aufregend, am spannendsten aber ist doch meist die Schultüte.

Eines der vielen Tausend Kinder, die am Sonnabend eingeschult werden, wird sich über eine Schultüte im Look des EHC Eisbären freuen – und über Unterschriften der Spieler. Eine Mutter nutzte den Trainingsauftakt des Eishockey-Meisters und ließ sich die Tüte signieren.

Die Namen von ein paar Meisterspielern fehlen, ein paar neue sind dafür dabei. Vor allem in der Abwehr gibt es Verwerfungen, in Ryan Caldwell, Mark Katic und Constantin Braun müssen drei Verteidiger ersetzt werden. Katics Wechsel in die KHL und Brauns Karriereunterbrechung wegen einer Despression kamen dabei überraschend. Das erinnert ein wenig an die vergangene Saison, wo ebenfalls mehr Änderungen eintraten als geplant. Damit hatten die Berliner lange zu kämpfen, die Defensive wurde zu einem Dauerproblem.

Steht nun Gleiches zu erwarten? Vergangene Saison versuchten die Eisbären, junge Spieler einzubauen, statt neue zu holen. „Das war nicht einfach für sie, aber jetzt sind sie ein Jahr älter und hoffentlich auch ein Stück weiter“, sagt Manager Peter John Lee. Er meint Henry Haase, Thomas Supis und auch Alex Trivellato. Einer von ihnen hat die Chance, den Platz von Braun einzunehmen. Ersatz will Lee nämlich nicht holen, zumindest vorerst.

Für den 20-jährigen Trivellato wird es allerdings ungleich schwieriger als für die anderen beiden. Der Italiener, der vom Kooperationspartner FASS Berlin kommt, ist zwar mit einem Profivertrag vom EHC ausgestattet worden. „Aber ich weiß nicht, ob wir ihn lizenzieren für die DEL“, so Lee. Dafür müsste er in der European Trophy, die nächste Woche beginnt, schon sehr stark spielen. Denn die Berliner wollen nicht frühzeitig viele Ausländerlizenzen vergeben, sondern im Zweifelsfall später noch reagieren können, falls der Plan mit den jungen Spielern nicht aufgeht. So kam auch Caldwell spät in die Mannschaft.

Neulinge mit Potenzial

Auf jeden Fall lizenziert werden Casey Borer und Shawn Lalonde, die beiden neuen Verteidiger. „Die Spieler, die wir geholt haben, sind ein sehr guter Ersatz“, sagt der neue Trainer Jeff Tomlinson. Beim 28-jährigen US-Amerikaner Borer scheint das zu stimmen, er gehörte in der vergangenen Saison im Trikot der Nürnberg Ice Tigers zu den offensivstärksten Abwehrspielern der Liga. Der 23-jährige Lalonde immerhin bringt Talent mit, er durfte in der vergangenen Saison einmal für den NHL-Champion Chicago Blackhawks auflaufen. Auch sollte der Kanadier sollte dem Spiel der Berliner mehr Variabilität verschaffen, weil es mit ihm neben Jim Sharrow nun zwei Rechtsschützen in der Abwehr gibt.

Da mindestens zwei neue Verteidigerpaare entstehen werden, dürfte es einige Zeit dauern, bis die Spielweise harmoniert und alles auf das System eingestellt ist. Eine sichere Abwehr erscheint daher für die ersten Wochen der am 13. September beginnenden DEL nur wie ein Wunsch. Was nicht heißt, dass man am Ende nicht doch Meister werden kann.