Eishockey

Nach NHL-Aus wird Krueger zum Thema für die Eisbären

Der Deutsch-Kanadier ist ein guter Freund von Berlins Manager Peter John Lee. Beide hatten schon Kontakt nach der Entlassung in Edmonton. Krueger zählt zu den begehrtesten Trainern in Europa.

Foto: Jason Franson / AP

Peter John Lee hat arbeitsreiche Tage hinter sich. Er musste sich durch einen Berg von Bewerbungen wühlen, um die richtigen Leute zu finden, mit denen er über einen Job reden möchte. Lee hat als Manager des EHC Eisbären den begehrtesten Trainerposten in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu vergeben. Denn den alten Coach Don Jackson, mit dem die Berliner in den vergangenen sechs Jahren fünf Meistertitel gewannen, zog es ja zu Red Bull Salzburg.

Unter den gut 30 Interessenten fand Lee einige, die er nun in die engere Auswahl einbezieht. „Ich denke, dass ich mit etwa fünf bis zehn Leuten Gespräche führen werde“, sagt der Manager. In den nächsten Tagen will er Termine vereinbaren. Einer der am meisten gehandelten Kandidaten ist Jeff Tomlinson, der viele Jahre im Klub verbrachte. Etwas überraschend öffnete sich jetzt allerdings noch eine andere Tür. In der Nacht zum Sonntag gaben die Edmonton Oilers aus der nordamerikanischen Profiliga NHL bekannt, dass sie nicht mehr mit Trainer Ralph Krueger zusammenarbeiten werden.

Lee und Krueger verbindet viel. „Er hat mich schon angerufen, bevor es öffentlich wurde, wir sind gute Freunde. Ralph war schockiert und muss das jetzt erst einmal verdauen“, erzählt Lee. Die zeitliche Parallelität der Ereignisse verwundert ihn. „Das ist schon komisch.“ Ende der 80er Jahre spielten beide in Düsseldorf zusammen, dort entstand ihre Freundschaft. Während Lee nach seiner Zeit in Düsseldorf in Berlin heimisch wurde, entwickelte sich der Deutsch-Kanadier Krueger zu einem charismatischen und sehr erfolgreichen Trainer. Zwölf Jahre lang betreute er die Schweizer Nationalmannschaft, viele Jahre davon mit Lee als Assistent an der Seite. Darauf folgten drei Jahre in Edmonton, das letzte davon als erster deutscher Cheftrainer in der NHL.

Lee schließt nichts aus

Noch blockt Lee aber ab. „Über die Eisbären haben wir nicht gesprochen. Wenn jemand aus einer Beziehung geht, biete ich ihm ja auch nicht gleich meine hübsche blonde Schwester an“, sagt der Manager. Allerdings will sich Krueger, der das Play-off mit den Oilers verpasste, vorerst nicht um einen Job in der NHL bemühen. Und Lee will nichts ausschließen: „Wenn er weiß, was er will, können wir jederzeit reden. Er ist ein großer Trainer.“ Krueger, den der Verband lange als Bundestrainer verpflichten wollte, wäre jemand, der zu den großen Ansprüchen des Klubs passt.