Schon wieder Meister. Glückwunsch an die Berliner Eisbären. Titel Nummer sieben gibt es zu feiern, erstmals den Hattrick. Das ist zunächst einmal beeindruckend. Offenbar sind die Berliner nicht gewillt, ihre Allmacht in der DEL aufzugeben, die 2005 mit dem ersten Titel begann.
Auf der anderen Seite ist es ein wenig beängstigend. Für die Attraktivität der Liga wäre ab und zu ein anderer Meister sicher nicht ganz schlecht. Aber darin liegt nicht die Hauptsorge. Eine Frage muss gestellt werden: Waren die Eisbären wirklich so gut?
Gut genug, um Meister zu werden, das waren sie offensichtlich. Allerdings mit einer Mannschaft, die auch am Ende der Saison nicht alle Zweifel beseitigen konnte. Erstaunlich ist, und das ohne Abstriche, wie stark die Mannschaft ihre Siegermentalität verinnerlicht hat, wie schwer es ist für andere, dagegen anzukommen.
Doch der Substanzverlust war trotzdem nie zu leugnen. Bei keinem Titel zuvor mussten die Eisbären so lange mit so vielen individuellen Unzulänglichkeiten kämpfen, die durch den Austausch von Spielern entstanden sind. Gute Unterhaltung mit attraktivem Eishockey boten die Berliner eher selten. Wie wertvoll der Kern dieses über Jahre aufgebauten Teams ist, zeigte sich dafür um so deutlicher. Er war in der Lage, auf niedrigerem Niveau agierende Kollegen aufzufangen. Das verdient Anerkennung.
An anderen Orten in der Liga kann man dagegen nur ungläubig zuschauen. Die Qualität reicht nicht aus, den EHC zu entthronen. Obwohl dieser selbst an Qualität eingebüßt hat. Langfristig ist diese Annäherung gefährlich, sie bringt die DEL nicht voran. Köln immerhin ist auf einem Weg, diesen Status Quo zu durchbrechen. Was nicht heißt, dass die Haie die Dominanz der Berliner beenden können. Deren Management sollte ebenso viel daran setzen, bei den Transfers wieder effektiver zu werden. Sonst könnte es mit der Titelhausse bald vorbei sein.




