Eishockey

Eisbären gewinnen und stehen mit einem Bein im DEL-Finale

Durch ein ungefährdetes 5:2 gegen die Krefeld Pinguine führt der Titelverteidiger aus Berlin die Halbfinal-Serie mit 2:0-Siegen an und benötigt nun nur noch einen Erfolg.

Foto: dpa

Große Siegesserien, auf die warteten die Fans des EHC Eisbären in dieser Saison bisher vergeblich. Schon viele Jahre ist es her, dass die Berliner es nicht schafften, bei all der Vielzahl an Partien, die die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) zu bieten hat, mal mehr als vier Spiele hintereinander zu gewinnen.

In der aktuellen Ligaserie bestimmte das Auf und Ab die Lage beim Titelverteidiger. Das längste Hoch betrug dabei genau vier Partien, allerdings wirklich nur einmal.

Genau genommen gibt es keinen besseren Zeitpunkt, als im Play-off diese Routine zu durchbrechen. Am Ende winkt der Titel, die Chance, ihn zu gewinnen, erhöhen lange Serien natürlich ungemein.

Das Timing des Meisters stimmt also, mit dem 5:2 (1:1, 4:1, 0:0) im zweiten Halbfinalspiel gegen die Krefeld Pinguine gelang den Eisbären am Freitagabend vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften O2 World der fünfte Sieg in Folge – Saisonrekord.

In der „Best of five“-Serie steht es damit 2:0 für den EHC, ein Erfolg fehlt jetzt nur noch bis zum Finale. Am Sonntag in Krefeld kann er eingefahren werden.

Entscheidung im zweiten Drittel

Bislang verliefen die Heimspiele gegen die Krefeld Pinguine eher unbefriedigend für die Eisbären, beide Duelle verloren sie in der Hauptrunde. Als großer Nachteil stellte es sich für die Berliner also nicht dar, die Serie in Krefeld beginnen zu müssen. Der Sieg dort steigerte noch einmal das Selbstvertrauen, im Halbfinale bestehen zu können.

Trotz der negativen Heimbilanz begannen die Eisbären, die wegen einer Erkältung auf Verteidiger Jim Sharrow verzichten mussten, diesmal dann auch deutlich engagierter als noch zwei Tage zuvor. Sie versuchten, das Tempo sofort hoch zu halten.

Das Plan ging auf, die Berliner agierten druckvoll, bestimmten das Spiel und erzielten durch Mads Christensen den ersten Treffer (15.). Gerade war das Powerplay abgelaufen, da schob der Däne den nach einem Schuss von Constantin Braun von der Bande zurückprallenden Puck zur Führung ein.

Flüchtigkeitsfehler der Berliner ließen das Geschehen dennoch nicht einseitig werden. Kurz vor der ersten Pause traf Kevin Clarke zum Ausgleich (20.). Die Konsequenz, mit der zuletzt meist vor dem eigenen Tor abgeräumt wurde, fehlte da etwas.

Für ein paar Minuten wackelten die Eisbären

Behoben wurde diese Problem mit noch mehr Offensivdrang. Zunächst profitierte die Mannschaft von Trainer Don Jackson aber vor allem von ihrer Klasse in Überzahl. Erst traf Constantin Braun zum 2:1 (23.), dann erhöhte Julian Talbot bei zwei Mann mehr auf dem Eis auf 3:1 (25.).

Mit mehr körperlicher Präsenz und resoluterem Einsteigen in die Zweikämpfe hatten die Berliner ihren Gegner danach gut im Griff. Als dieser aber durch Mitja Robar im Powerplay verkürzte (33.), wackelten die Eisbären ein paar Minuten. Tomas Kurka kam so frei vor Rob Zepp zu einer Chance, konnte die Scheibe aber nicht über den Torhüter lupfen und vergab den Ausgleich (35.).

Anders als Zepp, der einmal mehr stark hielt, verließ bei den Krefeldern Goalie Tomas Duba das Glück. Bislang hatte er sich im Play-off als überraschend stark erwiesen, in Berlin aber gelangen ihm nur wenige große Aktionen. Allerdings war er teilweise auch etwas allein. Seine Kollegen ließen sich in viele Laufduelle mit den Berlinern verwickeln, auf dem Eis entstand dadurch eine Menge an Freiraum. Die Eisbären zogen daraus geschickt ihren Vorteil: In einer Kombination der vierten Reihe kam der bisher oft unglückliche Corey Locke zu seinem ersten Play-off-Tor in der DEL (37.), und mit einem Alleingang erhöhte Christensen sogar auf 5:2 (38.).

Nach vier engen Partien zuvor, in denen sich die Eisbären mit viel Routine jeweils 3:2 durchgesetzt haben, geriet der Titelverteidiger mit dem jetzt hohen Vorsprung in keinerlei Gefahr mehr. Die Mannschaft beschränkte sich auch nicht darauf, das Resultat lediglich zu verwalten. Der Gegner wurde weiter früh attackiert und schaffte es nur selten vor das Berliner Tor. Der Weg zum Finale ist damit geebnet.