Eishockey

Freezers beschimpfen Eisbär Rankel als „Schwalbenkönig“

Bei der Viertelfinalserie zwischen den Hamburg Freezers und den Berliner Eisbären liegen die Nerven blank. Nach dem 2:3 in der Schluss-Sekunde ist Freezer-Trainer Laporte sauer.

Foto: Malte Christians / dpa

Viele Tore, dramatische Spiele und Entscheidungen in letzter Sekunde – die Viertelfinalserie zwischen Titelverteidiger Eisbären Berlin und den Hamburg Freezers hat rein sportlich fast alle Facetten von Eishockey-Playoffs im Programm. Seit Donnerstagabend kommt nun noch eine entscheidende Zutat hinzu: die verbalen Scharmützel.

Nach dem Berliner 3:2-Sieg in der letzten Sekunde des fünften Playoffspiels brachte Hamburgs Trainer Benoit Laporte zusätzliche Brisanz in das Duell der beiden Anschutz-Clubs. „Ich bin jetzt 19 Jahre Eishockeytrainer“, hob der Franco-Kanadier zum Schlagabtausch an, „aber was die Eisbären machen, hat weniger mit Sport, sondern vielmehr mit Kino zu tun.“ Dabei schoss sich der Coach auf Eisbärenspieler André Rankel ein. „Er ist ein guter Spieler, aber auch ein Diver, ein Schwalbenkönig. Wir sind Eishockeyspieler und keine Fußballer“, schimpft Laporte, der dem Rivalen vorwirft, so zahlreiche Strafzeiten gegen die Hamburger herausgeholt zu haben.

Die Eisbären reagierten besonnen auf die wortgewaltigen Angriffe. „Ich kann den Frust von Laporte verstehen“, zeigte sich Berlins Trainer Don Jackson zwar versöhnlich, nahm zugleich aber seine Spieler in Schutz, „meine Jungs sind keine Schauspieler. Sie sind immer in Bewegung und von daher meistens nur durch Fouls zu bremsen.“ Damit beließ es der Titelverteidiger, der sich vielmehr auf das nächste Spiel am Samstag konzentriert.

„Es war nur ein Sieg in der Serie“

„Mental ist es eine sehr anstrengende Serie, in der man sich selbst nach einer deutlichen Führung nie sicher sein kann“, schnaufte Verteidiger Jens Baxmann nach seinem Siegtreffer nach 59:59 Minuten durch. Baxmann will sich aber gar nicht mehr lange mit seinem Tor zum 3:2 befassen. „Es war nur ein Sieg in der Serie, wir denken schon wieder an das nächste Spiel.“

Gewinnen die Eisbären am Samstag in Hamburg, stehen sie im Halbfinale. Falls nicht, kommt es Ostermontag zum Showdown in der Hauptstadt. Verzichten müssen die Berliner dabei weiterhin auf Stürmer Laurin Braun. Auch den Einsatz von Matthew Foy betitelt Jackson als „sehr zweifelhaft.“