Eishockey

Eisbären treffen im Viertelfinale auf die Hamburg Freezers

Die Eisbären haben mit 2:6 in Straubing ihre dritte Niederlage in Serie kassiert - und beenden damit ihre schlechteste Hauptrunde seit sechs Jahren. Im DEL-Viertelfinale haben sie immerhin Heimrecht.

Foto: DeFodi / pa

Oft wird darüber fabuliert, dass die Saison, genauer die Hauptrunde, in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) langweilig sei. An 52 Spieltagen, die der Gruppierung der Mannschaften für das Play-off dienen, bleibe die Spannung auf der Strecke, lautet der beliebteste Vorwurf. Doch so ganz greift dieser Ansatz nicht, denn am Sonntag, dem letzten Spieltag der Hauptrunde, boten alle sieben Partien noch den Kampf um Platzierungen, um Heimrecht und den weiteren Verbleib im Wettbewerb. Selbst als die Spiele in die letzten Drittel gingen, war noch nichts entschieden. Ein Umstand, den die Liga mit Wohlwollen betrachtet.

Schützenhilfe kommt aus Mannheim

Für den Titelverteidiger, den EHC Eisbären Berlin, bot der 52. Spieltag mit am meisten Möglichkeiten. Von Platz drei bis Platz sechs war alles drin, wobei die Ränge drei und vier diejenigen waren, die der Klub anstrebte. Schließlich bieten sie das Heimrecht im Play-off-Viertelfinale. Für den dritten Platz wäre dabei unbedingt ein Sieg bei den Straubing Tigers notwendig gewesen. Den jedoch verpasste der Meister klar, 2:6 (0:1, 2:3, 0:2) unterlag die Mannschaft von Trainer Don Jackson. Da aber der ERC Ingolstadt bei den Adler Mannheim 2:4 (1:1, 1:1, 0:2) verlor und die Hamburg Freezers gegen den EHC München lediglich 2:1 (0:1, 0:0, 2:0) gewannen, blieben die Berliner trotz der Pleite Vierter. Im Viertelfinale kommt es ab dem 20. März damit zum Duell gegen die Freezers, die sich mit dem Sieg noch an Ingolstadt vorbei auf Rang fünf schoben.

Den Bruderkampf gegen die Mannschaft aus Hamburg, die wie die Berliner zur Anschutz Entertainment Group gehört, gab es schon öfter. Dreimal trafen die Eisbären und die Hanseaten aufeinander, jeweils im Viertelfinale. Alle Serien gewannen die Eisbären souverän, 12:2 Siege gab es. Doch dieses als gutes Omen zu werten, wäre etwas weit hergeholt. Denn die Berliner befinden sich aktuell nicht gerade in einer Verfassung, die sonderlich viel Mut macht.

Auch in Bayern keine gute Leistung

Zu Beginn der Woche, da belegte der Meister noch Rang drei in der Tabelle, doch mit den Partien gegen Nürnberg (2:5), München (1:3) und Straubing wurde dieser Platz verspielt. Am letzten Spieltag hätten sich die Berliner den Rang wiederholen können, da die Krefeld Pinguine die Hannover Scorpions erst in der Verlängerung mit 6:5 (2:0, 2:3, 1:2, 1:0) bezwangen. Stattdessen zeigten die Berliner in Bayern keine gute Leistung und fuhren das schlechteste Resultat nach der Hauptrunde seit 2007 ein. Lediglich einmal wurde der EHC seither Dritter (2011), sonst waren sie Erster oder Zweiter.

Hauptrundensieger wurde diesmal Mannheim, weil gegen Ingolstadt noch ein Erfolg dank später Tore gelang und die Kölner Haie so auf Distanz gehalten werden konnten. Bis zu diesen späten Toren sah es danach aus, als würde Ingolstadt der Gegner im Viertelfinale werden, da auch die Freezers den Sieg gegen München erst in der Endphase der Partie sichern konnten. Spannung ergab sich in allen Arenen fast bis zum Schluss, München etwa flog durch die Niederlage in Hamburg aus dem fast sicheren Pre-Play-off, Wolfsburg schaffte es dafür noch hinein. In Krefeld hatte Hannover lange Hoffnung. Augsburg musste zittern gegen Iserlohn. Nur in Straubing schien fast alles schon ein bisschen früher geklärt.

Das Siegergen kann man sich nicht abschauen

Wie ein Champion spielt, dass konnten sich die Eisbären am Sonnabend mal anschauen. An ihrem bayrischen Wochenende blieben sie nach der Partie am Freitag in München gleich dort und besuchten das Fußballspiel der Bayern gegen Fortuna Düsseldorf (3:2). Einst verfügten die Berliner, bei denen drei Profis verletzt fehlten, ja selbst über so ein legendäres Siegergen wie der FCB und eilten von Titel zu Titel. In Straubing setzte sich tags darauf trotzdem die Negativserie fort. Schon nach vier Minuten lagen die Berliner zurück, weil Torhüter Rob Zepp von hinten angeschossen worden war und der Puck durch das kurze Eck ins Tor sprang. Kurz darauf war auch das Heimrecht weg, denn in Mannheim führte Ingolstadt 1:0.

Die Partie in Straubing war eher defensiv geprägt, nur selten kamen die Eisbären vor das Tor des Gegners. Der hatte es etwas einfacher, auch weil Frank Hördler im Aufbau einen Fehler beging und Carsen Germyn den Weg zum 2:0 freimachte (22.). Zwar sorgte Julian Talbot für den Anschluss (26.), doch zu wenig konsequente Arbeit in der Defensive ließ Straubing schnell auf 4:1 davonziehen. Dass die Berliner nach dem Treffer von Travis James Mulock zum 4:2 (30.) aktiver waren und mehr Chancen erspielten, fiel angesichts der guten Defensivleistung der Tigers nicht ins Gewicht. Wenigstens erhielt Mannheim die Chancen auf das Heimrecht aufrecht und setzte sich gegen Ingolstadt durch. Doch nun waren die Eisbären drauf und dran, ihren Heimvorteil an die Freezers abzugeben, auf nur zwei Treffer schmolz der Unterschied in der Tordifferenz zusammen.

Neun spielfreie Tage vor dem Viertelfinale

Immerhin dieses kleine Ziel, im Play-off zunächst daheim spielen zu können, erreichte der Titelverteidiger noch. Angetreten waren die Eisbären ursprünglich, um Erster zu werden. Nach dem Auftritt in Straubing dürfte die Stimmungslage nun mäßig sein. „Wir haben gegen eine harte Mannschaft viele Zweikämpfe verloren. Wir schauen jetzt auf das Play-off”, sagte Trainer Jackson. Neun spielfreie Tage bleiben ihm, um die Köpfe der Spieler von den drei Niederlagen zu befreien und sie auf das Duell nach dem Modus „Best of seven“ gegen die Freezers, gegen die es in dieser Saison zwei Siege und zwei Niederlagen gab, einzustimmen.