Eishockey

Berliner Eisbären gelingt gegen Augsburg Befreiungsschlag

Mit dem 3:2-Sieg gegen die Augsburger Panther ist die Negativserie gebrochen. Überzeugt hat der Berliner Eishockey-Meister trotzdem nicht.

Schlechte Phasen dauern bei den Eisbären eigentlich nie lange, zwei Niederlagen in Folge, das passiert schon mal. Um drei Niederlagen am Stück aufzählen zu können, muss man schon in den Statistiken kramen.

Vier Niederlagen sind dagegen selten, ganze zwei Mal gab es das erst in der Ära von Trainer Don Jackson, der seit 2007 in Berlin ist. Allerdings steckte der Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) just zum Anfang dieses Jahres in dieser zweiten Phase mit vier Niederlagen.

Eingefangen haben sie sich die allesamt auswärts. Am Freitag stand erstmals wieder ein Heimspiel auf dem Programm, und prompt klappte es auch mit dem Gewinnen. Gegen die Augsburger Panther setzte sich der EHC mit 3:2 (0:0, 2:1, 1:1) durch.

Mäßiger Auftritt

Damit wehrten die Berliner auch die Angriffe der Konkurrenz auf ihren fünften Platz in der Tabelle ab. Denn die zuvor punktgleichen Schwaben hätten den Meister mit einem Erfolg überflügeln können. Überzeugend war der Auftritt der Eisbären gleichwohl nicht.

Die vergangenen Spiele hatten Spuren hinterlassen. Es brauchte nicht viele Aktionen, um das festzustellen. Verunsicherung beherrschte die Eisbären. Zwar waren die Berliner die meiste Zeit in Puckbesitz, sie verstanden es aber kaum, etwas mit der Scheibe anzufangen. Falsche Laufwege verhinderten ein effektives Vorgehen ebenso wie schwache Pässe, die zwar allgemein bei den eigenen Leuten ankamen, doch so unpräzise waren, dass sie die Mitspieler oft in Schwierigkeiten brachten.

Ein Fehler war es dann auch, durch den die Berliner in Rückstand gerieten. Florian Busch verlor den Puck im eigenen Drittel, so dass Sergio Somma für Augsburg treffen konnte (21.). Die Schwaben hätten durch den völlig freien Justin Forrest sogar das 2:0 erzielen können, doch Rob Zepp im EHC-Tor verhinderte das (27.).

Augsburg in der Unterzahl

Strafzeiten hatte es bis dahin nicht gegeben, als die Schiedsrichter dann aber welche verteilten, kamen die Eisbären besser ins Spiel. Denn Augsburg musste vorwiegend in Unterzahl agieren. Mit dem größeren Platzangebot gingen die Berliner gut um, Frank Hördler stocherte den Puck zum Ausgleich über die Linie (35.).

Der Treffer brachte Sicherheit ins Spiel der Eisbären, die Angriffe wurden häufiger und effizienter vorgetragen. Ein harter und punktgenauer Pass von André Rankel landete bei Mads Christensen, der keine Mühe hatte, zur Führung zu treffen (39.).

In kopflosen Aktionismus, der die Eisbären zuletzt die Spiele gekostet hatte, verfielen die Berliner diesmal nicht. Sie mühten sich, die Konzentration zu halten und weiter gradlinig zu spielen. Mittelstürmer Jamie Arniel gelang sogar ein von ihm selten gesehener Schuss von der Blauen Linie, mit dem er das 3:1 erzielte (46.).

Stürmer Locke soll kommen

Ob der bislang enttäuschende Arniel demnächst noch viel Einsatzzeit bekommen wird, ist allerdings fraglich. Am Rande der Partie wurde bekannt, dass die Berliner vor der Verpflichtung eines neuen Spielers stehen. Finnische Medien berichteten, dass Corey Locke seinen Vertrag bei TPS Turku aufgelöst hat und sich den Berlinern anschließen wird.

Von den Eisbären gab es dazu noch keine Bestätigung, trotzdem scheint der Transfer recht konkret zu sein. Locke ist 28 Jahre alt und Mittelstürmer. Bevorzugt, so sagte es Manager Peter John Lee am Vortag noch, würde der Klub einen Verteidiger verpflichten wollen, doch sollte das beste Angebot einen Stürmer hervorbringen, würde man auch zugreifen.

In Finnland brachte es der Kanadier auf fünf Tore und zwölf Vorlagen in 37 Spielen. Zuvor spielte er überwiegend in der zweitklassigen AHL in Nordamerika, dort allerdings sehr erfolgreich. Auch neun Einsätze in der NHL stehen in seiner Statistik. In der der Eisbären stand am Freitag noch ein weiterer Gegentreffer, erzielt von Somma (58.).