Gerade ist die neue DVD des EHC Eisbären erschienen. "Double! Unglaublich!!!" heißt sie. Im Film geht es auch um Sven Felski. Irgendwie geht es bei den Eisbären sowieso immer um Felski, schließlich hat der 33-Jährige sein ganzes Eishockey-Leben in diesem Verein verbracht. Es ist die ultimative Identifikationsfigur.

Leider ist Felski auch ein Hitzkopf. Davon erzählt der Film. Felski steht hinter dem Plexiglas des Wellblechpalastes, fiebert ungehalten mit der Mannschaft mit. Er durfte nicht auf das Eis im fünften und letzten Halbfinalspiel gegen Düsseldorf, in der Partie zuvor hatte er sich mit einem Stockschlag eine Sperre eingehandelt. Hätten die Berliner das Spiel verloren, wäre es der letzte Auftritt des EHC im Wellblechpalast gewesen. Und das ohne Felski, der quasi in dieser Halle aufgewachsen ist.

Mindestens zwei Spiele Sperre

Nun hat die neue Saison begonnen – und der heißblütige Angreifer läuft erneut Gefahr, ein historisches Ereignis nur aus der Zuchauerrolle erleben zu können. Im ersten Spiel am Donnerstag bei den Kölner Haien, das der Titelverteidiger mit 2:1 gewann, versetzte er Bryan Adams einen Kopfstoß. Zwei Spiele muss er mindestens pausieren, die Strafe kann aber auch noch erhöht werden – auf bis zu vier Partien. Schon bei einer Anhebung auf drei Spiele wäre Felski gesperrt, wenn die Berliner am 14. September gegen die Augsburger Panther zum ersten Mal in der O2 World auflaufen. "Das wäre sehr schade", sagt der Stürmer.

Womöglich bleibt es ihm erspart. Der Disziplinarausschuss der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), der Montag oder Dienstag über den Fall entscheiden soll, kennt die Situation des Stürmers. Zudem war die Aktion "mehr dumm als böse", wie DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke sagt. Das könnte mildernd wirken. "Es war eine sehr emotionale Situation", sagt Felski reumütig, "ich hätte nicht hinterherfahren dürfen." Die Erkenntnis kam freilich etwas zu spät.

Abgesehen von Felskis Missetat gab es für die Eisbären viel Erfreuliches in Köln. Zwar meinte Kapitän Steve Walker, dass "wir nicht unser bestes Eishockey gespielt haben". Für den Saisonbeginn lief bei den Berlinern nach anfänglichen Schwierigkeiten jedoch schon erstaunlich viel zusammen. Vor allem die Intensität, mit der die Partie geführt wurde, erinnerte nicht an ein Auftaktmatch.

In den Vordergrund drängten sich dabei weniger die Feldspieler. Die Helden des Tages standen auf beiden Seiten zwischen den Pfosten. Das empfand auch EHC-Trainer Don Jackson so und lobte vor allem seinen Schlussmann: "Rob Zepp war der Schlüssel zum Sieg." Auch deshalb, weil seinen Stürmern vor dem Tor des Gegners zu oft die letzte Konzentration fehlte. "Wenn man gerade wieder anfängt, geht es meist noch ein bisschen schludrig zu", sagt Walker.

Morgen nächstes Spiel in Nürnberg

Zepp war trotzdem zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. "Auswärts ist es immer schwer zu punkten. Wir müssen in dieser Phase Selbstvertrauen aufbauen. Das hat mit dem Spiel in Köln funktioniert", sagt der Kanadier, der inzwischen mit einem deutschen Pass ausgestattet ist. Morgen haben die Berliner bei den Nürnberg Ice Tigers die nächste Chance, Sicherheit in ihr Spiel zu bringen.