Eishockey in der 02 World

11:0-Rekord – Perfekte Premiere für die Eisbären

Zum ersten Mal hat der EHC Eisbären in der 02-Arena gespielt. Und besser hätten der Einstand in der neuen Umgebung nicht gelingen können. Die Berliner feierten mit einem 11:0 gegen den bisherigen Tabellenfüher Augsburg gleich den höchsten Heimsieg in der Vereinsgeschichte. Nun steht der EHC selbst an der DEL-Spitze.

Ein paar Mal ist es ihm noch herausgerutscht. „Herzlich willkommen im Wellblechpalast“, sagte Hallensprecher Uwe Schumann zur Begrüßung. Seinen Irrtum bemerkte er jedoch schnell. „Natürlich nicht mehr im Wellblechpalast, sondern in der O* World.“ Dort, in der neuen Arena am Ostbahnhof, spielt der EHC Eisbären jetzt, gestern zum ersten Mal. Bis auf den Gästen aus Augsburg hat es allen viel Spaß gemacht. Die Halle war voll, die Stimmung gut und die Eisbären haben gewonnen. Zur Krönung der Premiere gab es noch die Tabellenführung in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) dazu.

Pittiplatsch, der kleine Kobold aus dem DDR-Kinderfernsehen, hätte seine wahre Freude gehabt an dem Spiel. Einst kommentierte er mit seinem legendären „Ach du meine Nase“ jedes Tor der Berliner. Gegen die Augsburger Panther, den bisherigen Tabellenersten, wäre er bestimmt heiser geworden, so oft trafen die Eisbären. Mit 11:0 (5:0, 2:0, 4:0) fertigten sie die Schwaben ab. Doch Pittiplatsch hatte diesmal spät seinen Einsatz, erst ab dem achten Treffer durfte er ran.

„La Ola“ in der neuen Welt

Es ist einiges anders, als die Berliner es gewohnt waren. Sie spielen nun vor einer imposanten Kulisse. 14000 kamen gestern in die ausverkaufte Arena, um die Eisbären zu sehen. Anfangs hatten einige Probleme, in dem weitläufigen Objekt ihre Plätze zu finden. Es dauerte nicht lange, bis sie warm geworden waren in der neuen Umgebung. Dafür sorgten die 2000 Fans auf den Stehrängen. „Steht auf, wenn ihr Eisbären seid“, forderten sie vom sitzenden Publikum. Sekunden später waren alle in der Halle Eisbären. Später lief „La Ola“ durch das weite Rund. Die Gegengesänge von Kurve zu Kurve funktionierten, als hätten die Berliner schon immer in der O* World gespielt.

Das beeindruckte auch die Profis der Eisbären. „Das ist alles ganz toll, die Stimmung ist super“, sagte Stürmer Stefan Ustorf. Sein Statement gab er nach dem ersten Drittel ab. Die Eisbären bieten ihren Fans nun aktuelle Spielerinterviews während der Pausen. Das schafft Nähe zum Publikum. Genau wie die Lieblingssongs der Profis, die jetzt beim Warmlaufen gespielt werden. Oder die Spielernamen, die über die LED-Laufleiste durch die gesamte Halle flimmern.

Florian Busch war begeistert darüber, wie die neue Halle angenommen wurde. „Ihr seid alle klasse“, rief er den Besuchern zu, „es gefällt mir, hier zu spielen.“ Dass es gegen Augsburg auf dem Eis überaus gut lief für die Berliner, trug nicht unerheblich dazu bei. Schon früh zeichnete sich ab, dass es ein sehr freudbetonter Nachmittag werden würde. Nach zehn Minuten hatten sie gegen die undisziplinierten Gäste schon zwei Mal in Überzahl getroffen. Das erste Tor in der O* World war dabei Deron Quint vorbehalten, der den Puck nach 5:14 Minuten einschob. Steve Walker (10., 56.), Denis Pederson (12., 18.), Frank Hördler (20.), Alexander Weiß (22.), Florian Busch (30., 56.), Daniel Weiß (47.) und Andy Roach (55.) erzielten die restlichen Treffer. Zwei davon fielen sogar, als die Berliner in Unterzahl agieren mussten.

Höchster Heimsieg der Geschichte

Solche Spiele, in denen die Eisbären Besonderes geleistet haben, waren immer ein Fall für Uffta-Clasen. Früher erklomm er eine kleine Empore im Wellblechpalast und führte sein kleines Zwiegespräch mit den Fans. In der O* World musste sich er sich einen neuen Platz suchen. Clasen postierte sich direkt hinter der Bande am Stehplatzblock und forderte die Buchstaben, die letztlich in ein lautes Uffta, Uffta, täteträ münden.

Mit geschlossenen Augen hätte bei manchem in diesem Moment noch einmal das Gefühl aufkommen können, im Wellblechpalast zu sein. Aber dort spielen die Eisbären natürlich nicht mehr, sondern in der O* World. Und begeisterten gestern das Publikum. Sogar mit dem höchsten Heimsieg in der Vereinsgeschichte. Einen besseren Tag hätten sich die Berliner dafür kaum aussuchen können.

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