Natürlich ärgerte sich Don Jackson nach dem Spiel. Niemand verliert gern. Aber der ganz große Frust staute sich nicht an beim Trainer des EHC Eisbären nach dem 3:5 bei den Hannover Scorpions. Jackson hatte befürchtet, dass es so kommen würde.
Manchmal ist es verblüffend, wie gut Trainer ihre Mannschaften kennen. Da plauderte Jackson vor dem Wochenende darüber, warum sein Team in der vergangenen Saison nicht Erster der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) geworden ist. Es habe zu oft der Wille gefehlt, ein Spiel mit 1:0 zu gewinnen, so der Coach. Stattdessen verließen sich die Spieler darauf, dass sie auch mit 5:4 gewinnen können, wenn es sein muss. Nur schießen selbst die offensivstarken Eisbären nicht immer so viele Tore, wie sie gern möchten.
Jackson erwähnte dies, weil seine Mannschaft einen Lauf hatte. Naturgemäß neigen Profis in so einer Situation – besonders nach hohen Siegen wie zuletzt gegen Augsburg (11:0) – dazu, sich selbst zu sehr am eigenen Können zu berauschen. Was dann zu solchen Auftritten führt wie in Hannover. „Unsere Mannschaft hat ein bisschen die Fähigkeiten der Scorpions unterschätzt“, musste Jackson feststellen. Die Berliner begannen die Partie zu nachlässig und liefen bald einem 0:2-Rückstand hinterher, der sich letztlich als zu groß erwies gegen die kämpferischen Gastgeber.
Immerhin konnten die Eisbären die Tabellenführung behalten. Verlieren sollten sie diese auch heute nicht, der EHC tritt beim Schlusslicht in Duisburg an. Die Füchse haben bisher noch keinen einzigen Punkt aus ihren fünf Spielen geholt. Ein Grund zur Leichtfertigkeit ist das aber trotzdem nicht. Im Januar verlor der EHC schon einmal seine Spitzenposition nach einer Niederlage gegen einen Tabellenletzten. Es war Duisburg. Mit einer zu laschen Einstellung seiner Mannschaft rechnet Jackson diesmal jedoch nicht.
Das Erlebnis in Hannover sollte heilsam gewesen sein.
mst

