Volleyball

BR Volleys wollen Trainer-Oldie beschenken

Am Sonntag können sie mit einem Sieg den Meister-Hattrick perfekt machen. Für Moculescu könnte es ein doppelter Jubeltag werden.

Zuspieler Pierre Pujol lupft den Ball übers Netz

Zuspieler Pierre Pujol lupft den Ball übers Netz

Foto: pa

Berlin. So viele Gäste hat Stelian Moculescu zu einer Geburtstagsparty wohl noch nie erwartet. Der Trainer der BR Volleys feiert am Sonntag seinen 68. Geburtstag - und über 8000 Berliner Volleyball-Fans wollen dem reaktivierten Rentner nicht nur ein Ständchen singen, sondern auch den Titel-Hattrick ihres Lieblingsteams bejubeln. Nach dem 1:3 und damit der ersten Niederlage in den Finalspielen um die deutsche Volleyball-Meisterschaft der Männer können die Berliner nun in eigener Halle den insgesamt neunten nationalen Meistertitel perfekt machen.

Moculescus Team muss es am Sonntag (15.00 Uhr) allerdings wieder besser machen, als im dritten Match beim VfB Friedrichshafen. "Wir haben es nicht geschafft, an die Leistungen der ersten beiden Spiele heranzukommen", sagte BR-Manager Kaweh Niroomand. VfB-Angreifer David Sossenheimer setzte mit einem mächtigen Schmetterschlag den Schlusspunkt unter ein Spiel, dass der Rekordmeister vom Bodensee verdient gewann. "Ich hatte am Anfang ein bisschen den Eindruck, dass unserer Mannschaft die notwendige Anspannung gefehlt hat. Es war alles zu locker. Das hat Friedrichshafen ausgenutzt", sagte Niroomand.

Moculescu formte aus den Volleys einen Titelkandidaten

Der ehemalige Bundestrainer Moculescu wollte sich dann auch nicht großartig mit Analysen der ersten Final-Niederlage beschäftigen. "Es geht in Ordnung. Ich habe auch kein Problem damit", sagte der gebürtige Rumäne. "Wir brauchen nicht drüber zu reden. Sie waren diesmal besser, vielleicht bissiger. Das, was wir eigentlich machen wollten", ergänzte der Trainer-Oldie. In knapp drei Monaten in Berlin hat er es schafft, den Hauptstadtclub nach einer lange durchwachsenen Saison wieder auf Augenhöhe mit dem VfB zu bringen. In Friedrichshafen hatte Moculescu in 19 Jahren als Trainer 27 Titel eingesammelt.

Der 67-Jährige weiß genau, dass seine Männer zu seinem Geburtstag gegen einen Gegner auf Augenhöhe wieder mit positiver Energie auftreten müssen. "Friedrichshafen hat viel Druck gemacht im Aufschlag. Sie haben ihren Heimvorteil genutzt, das muss man respektieren und schauen, dass wir es am Sonntag besser machen", betonte Berlins Kapitän Robert Kromm.

Positiv für den Titelverteidiger, dass der Australien Paul Carroll wieder aufsteigende Form nachweisen konnte und sogar der beste Punktesammler der Berliner war. "Carroll hat nicht so schlecht gespielt", erklärte Moculescu. Deshalb bekam US-Boy Kyle Russell diesmal auch nur wenig Einsatzzeiten. "Wir haben gut und schlecht gespielt", beschrieb Moculescu das wechselvolle Spiel seines Teams.

"Wir wussten, was tun ist, haben es aber nicht konsequent durchgezogen", urteilte der Trainer. Moculescu glaubt dennoch an seinen Plan, der ihm persönlich den 20. Meistertitel bringen soll: "Wir wissen, dass wir nicht schlecht sind." Neben der Euphorie um Moculescus Geburtstag könnte im vierten Finalmatch auch das psychische Momentum für die BR Volleys sprechen. Denn auch bei einer Niederlage ist der Meistertitel noch nicht futsch. Dann gäbe es am kommenden Mittwoch in Friedrichshafen das entscheidende fünfte Spiel.

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