Die Berlin Volleys fühlen sich als die Gejagten. Kein Wunder, schließlich hat das Volleyballteam 2012 und 2013 die Deutsche Meisterschaft gewonnen. „In den vergangenen beiden Jahren hatten wir noch den Überraschungseffekt auf unserer Seite“, sagt Manager Kaweh Niroomand. Wenn es den überhaupt gegeben hat, ist er längst weg. Die Titelverteidigung werde in diesem Jahr „noch ein bisschen schwerer“ als in den Jahren zuvor, da ist sich Niroomand sicher. Er rechnet mit einem „offenen Rennen“, wenn sich in der Finalserie (Modus „Best of five“) sein Team und der alte Rivale VfB Friedrichshafen gegenüberstehen.

Am Sonntag wird es ernst für die Berliner, die die Punkterunde als Erster abgeschlossen haben und jeweils ohne Niederlage durch Viertelfinale (gegen den VC Mitteldeutschland) und Halbfinale (TV Bühl) marschiert sind. Finalspiel eins beginnt in der Max-Schmeling-Halle um 16 Uhr, am kommenden Mittwoch (30.4.) wird in Friedrichshafen gespielt, die dritte Partie findet in Berlin am 3. Mai (Sonnabend) um 19.30 Uhr statt. Sollte dann noch keine Entscheidung gefallen sein, trifft man sich am 7. Mai (Mittwoch) erneut am Bodensee; ein möglicher Showdown fände am 11. Mai (Sonntag) um 15 Uhr im Berliner „Volleyball-Tempel“ statt.

„Es ist ein kleiner Vorteil für uns, dass wir ein mögliches fünftes Spiel in Berlin spielen können“, meint Volleys-Trainer Mark Lebedew, 47. Sein Kollege aus Friedrichshafen, Stelian Moculescu, 64, sieht das ähnlich, sagt aber auch: „Wenn wir Meister werden wollen, müssen wir auch in Berlin gewinnen.“

Im Pokalfinale 2014 siegte der VfB Friedrichshafen

Sechs Mal standen sich die beiden Klubs bisher in einer Finalserie gegenüber. Nur 2003 und 2013 gewannen die Berliner. Und wie schwer es gegen den VfB werden wird, haben die Volleys bereits am 2. März dieses Jahres zu spüren bekommen. Sie unterlagen im Pokalfinale in Halle (Westfalen) mit 2:3. Eine Niederlage, die sehr weh tat, jetzt aber keine Rolle mehr spielen soll. Auch Moculescu denkt nicht mehr zurück: „Das ist ein neues Spiel, eine neue Situation, da juckt uns der Pokalsieg nicht mehr.“

Berlin gegen Friedrichshafen, das ist immer etwas ganz Besonderes. Es ist das Duell der Klubs, die in den zurückliegenden Jahren am meisten bewegt haben im deutschen Volleyball. Der VfB hat in 90 Bundesligaspielen 60-mal gegen die Berliner (ehemals unter dem Vereinsnamen SCC) gewonnen. „Mir macht es am meisten Spaß, gegen Friedrichshafen zu spielen. Das ist die Messe des deutschen Volleyballs“, sagt Lebedew. „Zum Glück gibt es diese Rivalität zwischen beiden Klubs“, meint Moculescu. „Das ist gut für unseren Sport.“

Was die Trainer auch verbindet: Moculescu und Lebedew wurden beide an einem 6. Mai geboren.

seb