Manche Träume gehen schneller in Erfüllung als erwartet. Und entpuppen sich plötzlich als kleiner Albtraum. Eine spannendere Volleyball-Bundesliga hatten sich die Vertreter der Top-Vereine gewünscht, damit die Liga mehr Attraktivität bekäme. Nun sind erst drei Spieltage in der neuen Saison absolviert, und alle Favoriten mussten schon ordentlich Federn lassen. Titelverteidiger BR Volleys und Pokalsieger Generali Haching haben je einmal verloren, Rekordmeister VfB Friedrichshafen gar schon zweimal.

Berlins Trainer Mark Lebedew gab nach dem überraschenden 1:3 am Sonntagabend in Düren zu: „Wir sind enttäuscht. Vor allem hatten wir nicht mit einer am Ende so klaren Niederlage gerechnet.“ Nun ist die Bundesligasaison zum Glück lang, und es bleibt eher unwahrscheinlich, dass auch im März noch der TV Bühl und Evivo Düren die Tabellenränge eins und zwei belegen.

„Wir haben genug Erfahrung in unserer Mannschaft, um zu wissen, was ein verlorenes Spiel in diesem Moment bedeutet“, sagt Lebedew. Nämlich noch nicht allzu viel. Trotzdem ist eine gewisse Unruhe hängen geblieben. Denn es war die zweite Niederlage innerhalb von nur vier Tagen für die Berliner. Auch der Champions-League-Auftakt beim italienischen Meister Trentino ging 1:3 verloren. Das erzeugt schon ein leichtes Druckgefühl.

Wiedersehen mit dem Finnen Urpo Sivula

„Wenn man so hohe Erwartungen hat wie wir an uns selbst, dann bleibt das nicht aus“, sagt der Trainer. Und ist froh, „dass wir so schnell die Möglichkeit haben, wieder auf die richtige Bahn zu kommen“. Bereits an diesem Dienstag steht für sein Team die nächste europäische Hürde an. Bei Arkas Izmir kann ein Befreiungsschlag gelingen – oder der Deutsche Meister den nächsten Dämpfer kassieren.

Denn der türkische Champion ist von der Reputation her alles andere als ein Aufbaugegner, hat 2009 den CEV-Cup gewonnen und erreichte 2012 das Finalturnier der Champions League. Für Izmir spielt unter anderen der Finne Urpo Sivula, der vor eineinhalb Jahren noch mit den BR Volleys Meister wurde. „Izmir verfügt über zahlreiche starke Spieler, Urpo ist einer von ihnen“, sagt Lebedew respektvoll. Trotzdem sieht der Australier dort „eine gute Möglichkeit, etwas zu gewinnen“. Denn auch für die Türken ist die Situation nicht einfach, sie verloren ihr erstes Spiel beim vermeintlichen Außenseiter in der Gruppe, dem Schweizer Meister Lugano, unverhofft mit 2:3.

Aus der Vierergruppe erreicht nur der Erstplatzierte sicher die nächste Runde, fünf von sieben Gruppenzweiten kommen ebenfalls weiter. Eine Niederlage in Izmir ließe sich also längst nicht so leicht wettmachen wie jene in Düren. „Wir haben beide unser erstes Spiel verloren, daher werden alle hoch motiviert sein, den ersten Champions-League-Sieg einzufahren“, sagt Lebedew. Er erwartet eine „heiße Atmosphäre“. Und hofft, dass nicht der nächste Albtraum eintritt.