Volleyball

BR Volleys zeigen gleich wieder ihre ganze Klasse

6621 Fans bejubelten den ersten Saisonsieg der BR Volleys gegen Haching in der Schmeling-Halle. Die Eröffnung der neuen Runde sollte ein Versprechen für eine emotionale Saison werden.

Foto: Ole Spata / dpa

Auch wenn sie mit ihren fünf deutschen Meistertiteln noch nicht an den Serienchampion VfB Friedrichshafen heranreichen (12 Mal Meister), als Veranstalter der Saisoneröffnung in der Deutschen Volleyball-Bundesliga haben die BR Volleys der Konkurrenz jetzt schon den Rang abgelaufen.

Zum vierten Mal in Folge bat der Titelverteidiger zum ersten Spiel, und mit „Freude schöner Götterfunken“, viel Getrommel und Feuer sollte vor der Eröffnungspartie gegen Pokalsieger Generali Haching ein Versprechen für eine emotionale und heiß umkämpfte Saison abgegeben werden.

Wobei die Premiere vor offiziell 6621 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle zeigte, dass dies nicht zu viel versprochen sein muss. Nicht allein, weil die Berliner mit einem 3:1 (25:22, 20:25, 25:17, 25:19)-Sieg standesgemäß starteten. Der Auftakt machte insgesamt Lust auf mehr. Es war erstaunlich, wie gut beide Mannschaften schon harmonierten, viele Angriffsvariationen parat hatten, auch die Gäste aus der Münchner Vorstadt, die stark verändert in die Saison gingen.

Aber in ihren Reihen bilden fünf aktuelle deutsche Nationalspieler das Korsett, vielleicht ist das ein Grund für das gute Zusammenspiel: Marcus Böhme, Sebastian Schwarz und Ferdinand Tille brauchten offenbar wenig Zeit, sich einzufügen.

6621 Fans in der Schmeling-Halle

Außerdem war der Kampf vom ersten Ballwechsel an auf beiden Seiten großgeschrieben. „Das wird kein Kinderspiel“, hatte Berlins Trainer Mark Lebedew vorher schon gewusst. Dementsprechend warfen sich die Kontrahenten auch noch nach Bällen, die längst verloren zu sein schienen. Der erste Satz verlief komplett ausgeglichen, erst gegen Ende dieses Durchgangs lief besonders Paul Carroll zu großer Form auf. Ein bisschen Glück war auch dabei, als Felix Fischer den Satzball mit einem Netzroller-Aufschlag verwandelte.

Der einzige Zugang des Meisters konnte noch nicht helfen. Mittelblocker Srecko Lisinac, als Nachfolger von Ricardo Galandi zu den Volleys gewechselt, war noch bis zum Sonntag bei der U23-WM für sein Heimatland Serbien im Einsatz gewesen. Der 21-Jährige kehrte mit der Silbermedaille zurück, verlor erst im Finale mit 2:3 gegen Gastgeber Brasilien. Aber an ein Mitwirken in seinem neuen Team war noch nicht zu denken. Erst heute soll er zum ersten Mal beim Training erscheinen.

Als Zuschauer hätte er im zweiten Satz gesehen, dass seine Hilfe durchaus hier und da benötigt wird. Es schlichen sich viele Fehler ins Berliner Spiel, eine unschöne Serie von sechs Fehlaufschlägen machte zunichte, dass die Volleys einen Sechs-Punkte-Rückstand mit großer Leidenschaft bis auf zwei Zähler verkürzt hatten. Die Hachinger nutzten den günstigen Moment zum Satzgewinn nach knapp einer Stunde Spielzeit. Anschließend hatte der Meister jedoch seine Konzentration wiedergefunden. Begann dieser Abschnitt auf Augenhöhe zwischen beiden Mannschaften, zogen die Gastgeber von 7:7 auf 16:9 davon und ließen sich diesen Vorsprung nicht mehr abjagen.

22 Punkte durch Robert Kromm

Der Star des Teams, Robert Kromm, spielte fast konstant auf hohem Niveau; in dieser Phase wurde außerdem Tomas Kmet im Block sowie im Angriff immer stärker. Während Generali-Trainer Mihai Paduretu bereits viel wechselte, vertraute Lebedew fast durchgängig seiner Stammformation mit Kromm, Carroll, Kmet, Scott Touzinsky, Kawika Shoji, Felix Fischer und Martin Krystof.

Er hatte auch wenig Grund, etwas zu verändern. Denn seine Spieler wurden nun immer stärker, während bei den wackeren Hachingern die Zuversicht zu schwinden schien, am Ende doch Zählbares aus der Volleyball-Hauptstadt mitnehmen zu können. Denn auch im Schlussabschnitt erarbeiteten sich die Gastgeber schnell einen Vorsprung zum 17:11.

Noch einmal wurde es spannend, weil sich die Bayern bis auf 17:16 herangekämpft hatten. Doch die nächsten sechs Punkte gingen erneut an Berlin, die Entscheidung war gefallen, als Touzinsky mit einer famosen Feldabwehr auch die letzten Hachinger Hoffnungen zerstörte. Den Matchball verwandelte nach fast genau zwei Stunden Robert Kromm, der insgesamt mit 22 Punkten bester Punktesammler war und zum besten Spieler der Partie gewählt wurde. Es wird in dieser Saison nicht das einzige Mal bleiben.