Final-Serie

BR Volleys zum fünften Mal deutsche Volleyball-Meister

Die Berlin Recycling Volleys haben zum fünften Mal die Meisterschaft geholt. Das Team von Trainer Mark Lebedew besiegte den VfB Friedrichshafen im vierten Finalspiel äußerst knapp mit 3:2.

Foto: Felix Kästle / dpa

Nach dem Volleyball-Krimi vom Bodensee fielen sich die Spieler der Berlin Recycling Volleys in die Arme und tanzten ausgelassen im Kreis. Der Titelverteidiger hatte die Nervenschlacht bei Rekordmeister VfB Friedrichshafen 3:2 (25:23, 25:22, 23:25, 22:25, 15:11) gewonnen und sich damit die fünfte Meisterschaft der Vereinsgeschichte gesichert.

Nach der Niederlage am Donnerstag vor der Rekordkulisse von 8553 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle hielten die Volleys dem Druck diesmal stand und holten im entscheidenden Tie-Break des fünften Satzes sogar einen Vier-Punkte-Rückstand auf. Die erfolgsverwöhnten Friedrichshafener beenden die Saison dagegen zum ersten Mal seit 15 Jahren ohne Titel. Der frühere Serienmeister hatte in den vergangenen Jahren entweder Pokal oder Meisterschaft – achtmal sogar das Double – gewonnen.

Friedrichshafens Erfolgstrainer Stelian Moculescu zeigte sich als schlechter Verlierer und schimpfte auf Schiedsrichter Hans-Dieter Gerriets: „Wenn man nicht will, dass wir deutscher Meister werden, muss man den schicken. Das ist eine Masche. Mit dem gibt es immer nur Ärger.“ Der Berliner Nationalspieler Robert Kromm konnte den Coup kaum fassen: „Das hat wahnsinnig viele Nerven gekostet. Die letzten Minuten waren wie ein Filmriss. Am Ende war es nur noch Kampf vom ganzen Team.“

Der erste Schritt zur Titelverteidigung

Vor 3300 Zuschauern in der Arena von Friedrichshafen begannen die Gastgeber stark und führten 23:20 im ersten Durchgang. Das Team von Coach Mark Lebedew zeigte jedoch im Endspurt, dass es nicht zu einem Entscheidungsspiel in der Heimat kommen lassen wollte. Nach fünf Punkten in Folge hatten die Volleys den ersten Schritt zur Titelverteidigung gemacht.

Im zweiten Satz musste Berlin nicht einmal die ganze Klasse abrufen, zu ungenau agierte Friedrichshafen vor allem bei der Annahme. Die Spieler von Moculescu, der Friedrichshafen in seiner Amtszeit insgesamt unglaubliche 24 Titel bescherte, haderten mit den Entscheidungen der Schiedsrichter und brachten sich dadurch selbst aus dem Konzept.

Volleys ließen schließlich die Zügel schleifen

Mit der 2:0-Führung im Rücken ließen die Volleys jedoch die Zügel schleifen und die nötige Konzentration vermissen. Friedrichshafen steigerte sich in Annahme und Zuspiel, zudem überzeugten die Häfler erneut in der Defensive. Bis zur 8:4-Führung im Tie-Break lagen die Häfler auf Kurs Entscheidungsspiel, vergaben wie so oft in dieser Finalserie jedoch einen Vorsprung.

So knapp Berlin den entscheidenden Sieg in der Friedrichshafener Arena einfuhr, so souverän hatte der Titelverteidiger in der gesamten Saison agiert – und sich den Titel damit redlich verdient. In der heimischen Max-Schmeling-Halle verlor Berlin nur eine Partie – in Spiel drei der Finalserie gegen Friedrichshafen. In der regulären Saison hatten die Volleys zuvor nur gegen den TV Bühl (2:3) eine Niederlage kassiert.

Erfolgreiche Saison für Berliner Sportteams

Die Saison 2012/13 beschert den Berliner Profi-Sportteams bisher einige Titel: So gewannen die Basketballer von Alba Berlin den Pokal-Wettbewerb und die Kufen-Cracks von den Berliner Eisbären holten die Deutsche Eishockey-Meisterschaft.

Zudem schafften die Fußballer von Hertha BSC den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga.