Mini-Marathon

Beim Mini-Marathon geht es vor allem um die Freude am Ereignis

8700 Schülerinnen und Schüler starten am Sonnabend zum Mini-Marathon. Sie sind die ersten, die den „heiligen“ Asphalt betreten dürfen. Allein aus Berlin gehen 400 Schulen an den Start.

Foto: Eberhard Thonfeld / camera 4

Sie sind die ersten, die den heiligen Boden der Marathonstrecke in Berlin betreten und genau das letzte Zehntel der Originalstrecke laufen werden. An die 8700 Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Welt, sogar aus Brasilien und Kanada, werden am 4,2195 Kilometer langen 26. Mini-Marathon teilnehmen. Ganz zur Freude des Veranstalters SCC Events und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft ist die Nachfrage in diesem Jahr wieder gestiegen.

Der Schülermarathon ist ein Gruppenwettkampf: Alle Schülerinnen und Schüler eines Teams laufen gleichzeitig. Die Zeiten werden addiert und ergeben so ein Gesamtergebnis über die ganze Marathonstrecke von 42,195 Kilometern.

Aus Berlin und Brandenburg gehen 400 Schulen an den Start. Und das siegesgewiss. „Die besten Schulen kommen jedes Jahr aus Berlin und Brandenburg“, sagt Robert Fekl von SCC Events. „Da kann man fast schon vorher bei den Sport- und Grundschulen eine Wette darauf abschließen, wer gewinnt.“ Die Siegertypen kommen von der Sportschule Potsdam und der Eigenherd-Schule Kleinmachnow. Bei den Oberschulen kommen die Rekordsieger mit jeweils fünf Erfolgen aus Berlin von der Gustav-Heinemann-, der Luise-Henriette- und der Marie Curie Oberschule.

Bei den Schülern Motivation für das Laufen wecken

Den 1. Preis für die meisten Starts in Folge hätte aber bei den „Auswärtigen“ die Helene-Lange-Schule Oldenburg verdient. Die Schule geht in diesem Jahr mit 16 Schülerinnen und Schülern zum 15. Mal an den Start. Für 2015 hat Sportlehrer Andreas Klein bereits für 97 Teilnehmer reserviert. Der Lehrer bietet immer im 8. Jahrgang eine Arbeitsgruppe „Teilnahme am Schülermarathon Berlin“ an. Das muss an seiner Liebe zu Berlin liegen. „Ich habe selber hier gelebt und fünf Jahre an der Gerhart-Hauptmann-Oberschule unterrichtet. Auch deshalb liegt mir die Teilnahme an diesem großartigen Event sehr am Herzen. Aber es kommt mir besonders darauf an, bei den Schülern Motivation zum Laufen zu wecken. Wir bereiten uns ein ganzes Schuljahr auf diese Aktion vor“, sagt Andreas Klein.

Viele Schüler nehmen an diesem Sportprojekt teil, obwohl sie vorher kaum Lauferfahrungen haben. Der Schüler Reino Albrecht war so motiviert, dass er später mit 18 Jahren den richtigen Marathon mitgelaufen ist. „Das Gefühl, in dieser Menge zu laufen, zwischen den Zuschauern und Häuserkluften hindurch, ist überwältigend. Vor allem wenn man jemanden seinen Namen rufen hört, läuft es einem wie ein Schauer über den Rücken“, erinnert sich Reino Albrecht, der für viele Neuntklässler ein Vorbild ist.

Vom Mini-Marathon zum 42-Kilometer-Lauf

Die 16 fahren jetzt bestens vorbereitet auf die Projektfahrt nach Berlin, darunter auch ein blinder Schüler und ein Mädchen mit Down-Syndrom.

Einige der ehemaligen Mini-Marathonis sind mittlerweile beim BMW Berlin-Marathon am Start, wenige haben sogar den Sprung zu den ganz Großen geschafft. Die Potsdamerin Elina Sujew war in diesem Jahr als Mittelstreckenläuferin bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich dabei. Und der Berliner Robert Krebs, mehrfacher Mini-Marathon-Sieger, ist mittlerweile eines der größten deutschen Marathon-Talente und läuft die Königsdisziplin unter 2:17 Stunden.

Doch erst mal geht es beim Mini-Marathon um die Freude am Ereignis. Und die ist ungebremst. Im Zielbereich auf der Straße des 17. Juni, in Höhe des Sowjetischen Ehrenmals, geht es richtig laut zu. Da nimmt schon das Anfeuern der Kleinen olympische Ausmaße an. „Mich berührt es immer am meisten, wie die Kleinen sich gegenseitig unterstützen. Da werden zum Schluss sogar die Rollis von ihren Klassenkameraden durchs Ziel geschoben“, sagt Robert Fekl, der auch den Mini-Marathon moderieren wird. „Da bekommt man schon feuchte Augen.“