Ein Gruppenspiel steht noch bevor, am Dienstag müssen die Frauen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) in Malmö bei der Weltmeisterschaft gegen Gastgeber Schweden vorspielen. Überwiegend darf diese Partie als Test verstanden werden, als Vorbereitung auf den wichtigsten Teil des Turniers. Nach Niederlagen gegen die Schweiz (2:5) und Japan (0:2) muss die deutsche Auswahl in die Abstiegsrelegation.

Natürlich wollte man das vermeiden, aber so ganz überraschend kommt es auch wieder nicht. Nach Olympia 2014, wo die DEB-Auswahl Platz sieben belegte, veränderte sich vieles. Bundestrainer Peter Kathan hörte auf, sein Assistent und U18-Trainer Benjamin Hinterstocker, als Profi sogar mal beim EHC Eisbären tätig, übernahm den Job. Mit Hinterstocker erfolgte ein Umbruch. „Nach Sotschi haben viele Spielerinnen aufgehört, dafür sind jetzt viele aus der U18 nachgerückt“, erzählt Nina Kamenik, 29, von den OSC Eisladies aus Berlin. Gleich elf WM-Debütantinnen stehen nun im 23-köpfigen deutschen Team, alle sehr jung wie die Berlinerinnen Laura Kluge, 18, und Anne Bartsch, 19. Mehr Erfahrung hat da schon Lisa Schuster, 27, die vierte OSC-Frau.

Lange spielt das Team noch nicht zusammen, „aber so, wie sich die Mannschaft jetzt vom Sommer an entwickelt hat, sind wir recht gut zusammengewachsen“, sagt Kamenik, die sogar die Älteste des Teams ist. Um ein paar Dinge mehr als früher müsse sie sich da schon kümmern: „Die Jüngeren schauen ja, was die Älteren machen.“ Grundsätzlich sind die jungen Damen aber schon viel weiter als sie es selbst einst war. Unter Kathan noch formte der DEB erst in den vergangenen Jahren die U-Mannschaften, um durch internationale Vergleiche besser zu werden. „Sie haben früh angefangen, auf hohem Niveau zu spielen“, sagt Kamenik. Sie hatte diese Möglichkeiten damals nicht.

Alle hoffen, dass sich der frühe Einsatz auf internationaler Ebene dahingehend auszahlt, dass die Nationalmannschaft bald einen Sprung nach vorn vollziehen kann. Viele der jungen Mädels sind jetzt schon Leistungsträger in ihren Bundesliga-Vereinen. Doch der erste Schritt in die A-WM verläuft offenbar nicht ganz reibungslos. „Für viele Mädels ist das eine neue Erfahrung. Doch egal, was passiert, man wird daran wachsen“, sagt Kamenik. In einer „best of three“-Serie geht es ab Mittwoch gegen den Abstieg in die B-Gruppe, in der das DEB-Team zuletzt 2011 spielte. Gegner wird einer der drei Kontrahenten aus der Gruppenphase. „Wenn’s in die Hose geht, dann muss man wieder aufstehen. Aber das wollen wir nicht hoffen“, sagt Kamenik.

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