Wasserball

Für die Wasserfreunde beginnt die Jagd nach ihrem 78. Titel

Für die Spandauer Wasserballer geht es zum Auftakt der neuen Saison am Sonnabend gleich um den Supercup. Gegner Hannover hat einige ehemalige Berliner Spieler in seiner Mannschaft.

Foto: Fotoagentur Camera4 / picture alliance / Camera4

Es gibt keine schönere Art, eine neue Saison zu beginnen, als mit einem Titelgewinn. Vor allem, wenn man 13 Jahre darauf warten musste. 2001 wurde der Supercup im Wasserball zum letzten Mal ausgetragen, danach ruhte der Wettbewerb. Ein Versuch im vergangenen Jahr, das Spiel zwischen Meister und Pokalsieger wieder aufleben zu lassen, scheiterte an Differenzen zwischen den Wasserfreunden Spandau und dem damaligen Meister ASC Duisburg. Zwei Wochen vor dem Bundesligastart feiert der Supercup am Sonnabend (16 Uhr, Schwimmhalle Schöneberg) mit dem Duell der Wasserfreunde gegen Waspo Hannover nun seine Wiederkehr.

Die Trophäe, um die gespielt wird, wurde einst von den Spandauern gestiftet – jetzt soll sie zurück nach Hause kommen. Es wäre der 78. Titel in der Vereinsgeschichte. „Es ist vielleicht nicht der wichtigste Titel der Saison, aber es ist ein offizieller Titel“, sagt Manager Peter Röhle. Der neue Cheftrainer Petar Kovacevic ergänzt: „Wir sind Spandau, wir wollen alles gewinnen.“ Der 37-Jährige, Montenegriner mit französischem Pass, kam im Sommer von Galatasaray Istanbul nach Berlin. Er tritt bei den Wasserfreunden die Nachfolge von Peter Röhle an, der mit der Mannschaft im April Pokal und Meisterschaft gewann, jetzt aber wegen des Berufs wieder kürzer treten muss.

Der Trainer ist nicht der einzige Zugang. Drei Spieler wurden verpflichtet, unter anderem der international erfahrene Slowake Martin Famera, ein Abwehrspezialist. Demgegenüber stehen fünf Abgänge von Stammspielern, darunter der bisherige Kapitän Marc Politze, der seine Karriere beendet hat. Sein Amt bleibt jedoch in der Familie: Neuer Kapitän ist Marko Stamm, Politzes Schwager. „Wir haben niemanden verloren, den wir unbedingt halten wollten“, sagt Manager Peter Röhle. Selbst ein Nationalspieler wie Andreas Schlotterbeck sei zu ersetzen: „Seine Leistung war rückläufig, er hat nicht mehr gebrannt“, behauptet Röhle.

Waspo Hannover hat sich enorm verstärkt

Schlotterbeck ist nur einer von mehreren Ex-Spandauern, die nun die Kappe von Waspo Hannover tragen. „Unsere B-Filiale“, nennt Wasserfreunde-Präsident Hagen Stamm die Niedersachsen mit den Ex-Berlinern Schlotterbeck, Erik Bukowski, Roger Kong oder David Kleine. Waspo habe enorm aufgerüstet und sei durch die Qualifikation zur Champions League schon einigermaßen eingespielt. „Das wird ein enges Spiel“, sagt Stamm, zumal auf Spandauer Seite mit Tobias Preuß ein wichtiger Spieler verletzt fehlt.

Beim ersten Spiel in der Champions League am 29. November gegen Titelfavorit Dubrovnik aus Kroatien soll Preuß wieder dabei sein. Der europäische Wettbewerb ist für die Berliner Wasserballer die Kür neben dem oft grauen Bundesliga-Alltag. Nach ordentlichen Auftritten in der vergangenen Saison wollen die Spandauer den nächsten Schritt machen und diesmal das Finalturnier der besten sechs Mannschaften erreichen.