Fußball

Regionalligist Viktoria müht sich zum Berliner Pokalsieg

Viktoria 89 hat zum zweiten Mal den Berliner Fußball-Pokal gewonnen und damit den Sprung in die erste Runde des DFB-Pokals geschafft. Der Regionalligist schlug den SV Tasmania mit 2:1.

FC Viktoria 89 heißt der Berliner Pokalsieger 2014. Der Regionalligist setzte sich mit 2:1 (1:0) im Endspiel gegen den Berlin-Ligisten SV Tasmania durch und darf sich auf den Bundesligisten Eintracht Frankfurt in der ersten DFB-Pokalrunde sowie gut 100.000 Euro Prämie freuen. „Wir sind auf eine sehr kampfstarke Mannschaft getroffen und haben uns unverständlicherweise sehr nervös präsentiert“, sagte Viktoria-Trainer Thomas Herbst, dem die obligatorische Bierdusche nach der Siegerehrung nicht erspart blieb: „Ich denke, wir sind heute sehr glücklich Pokalsieger geworden.“

Gut 20 Minuten lang erlebten die immerhin 3468 Zuschauer im Jahn-Sportpark ein Spiel auf kein Tor. Dann suchte Außenseiter Tasmania seine Chance, bekam sie mehrfach – und nutzte sie nicht: Waled Enani prüfte Viktoria-Torhüter Marcus Rickert aus 22 Metern (20. Minute ), danach vergab Safa Sentürk zwei gute Möglichkeiten (22., 24.). Eine Führung wäre nicht unverdient gewesen. Viktoria hingegen schlug eiskalt zu. Nach einer Ecke stieg Murat Doymus am höchsten, köpfte den Ball an den rechten Innenpfosten, von wo er ins Tor geht – 1:0 für Viktoria nach exakt 30 Minuten.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Viktoria kontrollierend. Tasmania versuchte, mit Leidenschaft dagegen zu halten. Die Folge war das 2:0 für die Mannschaft von Trainer Herbst. Nach einer Ecke war wieder Doymus zur Stelle, seinen Kopfball konnte Keeper Robert Schelenz zwar klären, doch Tim Lensinger war per Abstauber zur Stelle. Alles entschieden? Von wegen. Denn plötzlich zeigte Schiedsrichter Philipp Kutscher (Biesdorf) nach einem Getümmel im Viktoria-Strafraum auf den Punkt: Elfmeter für Tasmania. Salvatore Rogoli ließ sich diese gute Gelegenheit nicht entgehen und verkürzte (77.).

Unsportlichkeit von Tas-Trainer Njie

Nun war es ein echter Pokalfight. Und es wurde hektisch. Angestachelt durch den Anschlusstreffer drehte Tasmania auf – und Viktoria wusste sich nur durch Fouls zu helfen. FC-Kapitän Ümit Ergirdi übertrieb es und sah die Rote Karte (88.).

Die Herbst-Schützlinge versuchten nun, die Partie über die Zeit zu bringen. Dies missfiel offenbar Tasmania-Trainer Abu Njie dermaßen, dass er einen Gegenspieler an der Seitenlinie einfach weggrätschte, um an den Ball zu kommen, der bereits im Seitenaus gelandet war. Der Unparteiische schickte den Coach für diese grobe Unsportlichkeit völlig zurecht auf die Tribüne. „Ich wollte einfach nur den Ball, der ins Aus gerollt war, wieder schnell zurück ins Spiel bringen, damit wir vielleicht doch noch den Ausgleich erzielen“, sagte Njie nach der Partie wenig reumütig.

Es war der negative Höhepunkt eines Pokalendspiels, in dem nur selten ein Klassenunterschied deutlich wurde.