Wasserball

Wasserfreunde Spandau feuern ungarischen Trainer Gyöngyösi

Sportlich stimmte der Erfolg. Doch auf zwischenmenschlicher Ebene war das Verhältnis zwischen Trainer Andras Gyöngyösi und seinen Spielern von Spandau 04 kompliziert. Jetzt muss der Ungar gehen.

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Schon am Wochenende hatte sich das Zerwürfnis angedeutet. Die Wasserfreunde Spandau gewannen ihre Halbfinalspiele gegen den SSV Esslingen mit 23:1 und 20:2 und zogen locker in die Endspielserie um die Deutsche Meisterschaft ein. Doch Trainer Andras Gyöngyösi bereitete das Treiben seiner Spieler keine Freude.

Wenn er nicht mit ihnen schimpfte, saß er wie abwesend auf seinem Stuhl und vergrub oft das Gesicht in seinen Händen. Am Montag wurde er vom deutschen Wasserball-Rekordmeister entlassen. Unmittelbar vor dem Final Four um den deutschen Pokal Anfang Mai in Hannover und dem anschließenden Meisterschaftsfinale.

„Zu einem guten Trainer gehört neben fachlichem Know-how auch eine solide Sozialkompetenz und ein menschlich korrekter Umgang mit allen Spielern“, begründet Spandaus Präsident Hagen Stamm die Trennung. Beides sahen die Verantwortlichen nicht gegeben – trotz Bundesligaplatz eins und einer guten Champions-League-Saison.

Spieler wollten nicht mehr mit Gyöngyösi zusammenarbeiten

Die Mannschaft sprach sich in einer Sitzung am Sonntag gegen den Ungarn aus. Für Gyöngyösi übernimmt der bisherige Co-Trainer und Manager Peter Röhle, 57, den Job des Chefcoachs. Er war als Spieler 18-Mal und als Trainer neunmal Deutscher Meister mit Spandau 04. Die Saisonziele der Torwart-Legende: „Wir wollen Meisterschaft und Pokal wieder aus Duisburg nach Berlin holen.“