Traben

Lokalmatador Thorsten Tietz glänzt bei der Breeders Crown in Mariendorf

Drei Siege und drei Top-Platzierungen erzielt der 36 Jahre alte Fahrer und Trainer Thorsten Tietz beim letzten Saisonhöhepunkt auf der Berliner Bahn in Mariendorf.

Foto: Soeren Stache / pa/Soeren Stache

Der letzte sportliche Höhepunkt im Mariendorfer Jubiläumsjahr ist Geschichte. Die Breeders Crown (Krone der Züchter) ist nach fünf Jahren Abstinenz zum 100. Geburtstag des Mariendorfer Geläufs von Gelsenkirchen zurück an die Spree gekommen. Acht Hauptrennen standen nach Altersklassen getrennt auf dem zweitägigen Wochenendprogramm. Fahrer des Wochenendes waren der Mönchengladbacher Roland Hülskath mit zwei Breeders-Siegen bei den zweijährigen Hengsten (Indover) und den dreijährigen Stuten (Fräulein Wunder) und der Berliner Thorsten Tietz.

Der 36-jährige Lokalmatador erlebte „zwei sensationelle Tage. So was kommt nicht so häufig vor.“ Tietz holte sich mit Georgina Corner nicht nur die Breeders-Crown-Wertung bei den vierjährigen Stuten, sondern weitere drei Siege in Rahmenrennen sowie drei Top-Drei-Platzierungen. Rund 35.000 Euro aus dem Gesamtpreisgeldtopf von 400.000 Euro waren der Lohn für Tietz, der von sich behauptet: „.Eigentlich fahre ich gar nicht so gerne Rennen.“

Erste Erfolge im Tennis

Viel lieber beginnt er morgens um sechs seinen Arbeitstag mit jungen Pferden. „Für mich hat es schon immer die Faszination unseres Sportes ausgemacht, die Pferde voran zu bringen. Die Entwicklung zu beobachten und sich natürlich am Erfolg zu freuen.“ Tietz, der zeitweise in Recklinghausen gewohnt hat, dort bei Trainerlegende Willi Rohde in die Lehre gegangen ist, erinnert sich gern an seinen etwas kuriosen Einstieg in den Pferdesport zurück. „Ich habe mal eine Ferienwoche mit Pferden verbracht. Da war der Bazillus da.“ Tietz weiter: „ Für eine Lehrstelle war ich zunächst aber zu jung, dann zu klein.“

Sportliche Meriten wurden von ihm bis dahin im Tennis gesammelt – mit 15 hatte er die Stadtmeisterschaft von Recklinghausen auf Rang zwei beendet. „Seitdem habe ich keinen Schläger mehr in der Hand gehabt“, gesteht Tietz.

Starker Wewering-Auftritt

Heinz Wewering, Wahl-Berliner und mit rund 16.700 Siegen erfolgreichster Fahrer weltweit, machte auf seiner Hausbahn ein Versprechen wahr. Mit dem dreijährigen Shoemaker sicherte sich der 63-Jährige das Hauptrennen im qualitativ am stärksten besetzten Rennen des Wochenendes. Auf den letzten zwanzig Metern der 1900-Meter-Distanz verwies das Duo die von Beginn an führenden Michael Nimczyk und Fridericus. „Wir hatten im Derby Pech, aber ich habe immer an Shoemaker geglaubt. Diesmal war er top. Wir hatten nicht die günstigste Bahn gelost, aber am Ende war er bärenstark“, freute sich Routinier Wewering. Noch zehn Jahre älter als Wewering ist der Franzose Jean-Pierre Dubois. Der 73-Jährige, bereits Sieger des mit über einer Million Euro dotierten Prix d’Amerique, sicherte sich mit Stacelita den Hauptlauf der zweijährigen Stuten.