Marc Politze der Kapitän der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft und von Rekordmeister Spandau 04 aus Berlin hat wegen Unstimmigkeiten mit Bundestrainer Nebojsa Novoselac seinen Rücktritt aus der Auswahl erklärt. Offen ließ der 35-Jährige am Dienstag, ob er seine Karriere für Spandau 04 fortsetzt.

In der vergangenen Woche habe er in einem Gespräch mit Novoselac die Saison Revue passieren lassen. „Ohne großartigen Streit, wir sind normal auseinandergegangen. Für das Nationalteam mit dem Ergebnis: Ich mache nicht mehr mit. Nebojsa Novoselac hat unglaublich viel Ahnung von Wasserball und ist hochkompetent. Aber wirklich schlau geworden bin ich nicht aus allem, was ich gehört habe“, resümierte Politze und kritisierte die fehlende Kommunikation. Die Gründe für den Abschied „liegen auch darin, dass die Kommunikation mit dem Trainer nicht mehr so gut funktionierte wie in früheren Jahren“, meinte er.

Der Schwiegersohn von Spandau-Präsident und Ex-Bundestrainer Hagen Stamm, hat mit sechs Jahren mit dem Wasserball begonnen und 1996 sein erstes von 407 Länderspielen absolviert. Sein Rücktritt jetzt komme zu Beginn des neuen Olympiazyklus vielleicht zum rechten Zeitpunkt, „denn ich will beim Neuaufbau niemandem im Weg stehen, auch wenn aus dem Nachwuchs nicht so viel kommt“.

Auch bei Spandau 04 Mannschaftskapitän

Neben Politze gehören auch weitere langjährige Nationalspieler wie Alexander Tchigir, Fabian Schroedter (beide Spandau) oder Florian Naroska (Cannstatt) nicht zum Auswahlkader, den Novoselac für den am Donnerstag in Hannover beginnenden Lehrgang berufen hat.

Ob das verlorene vierte Finalspiel gegen Duisburg sein letztes Match als aktiver Wasserballer bei Spandau 04 war, ließ Politze noch offen. „Die Teammeldungen für die Bundesliga sind erst am 1. September fällig, also bleibt in dieser Frage noch Zeit bis zum August“, sagte Politze. Das hänge von mehreren Details ab, erklärte er.

Auch bei Spandau sei er Kapitän und auch dort sei die Chemie mit Novoselac nicht perfekt gewesen. „Generell hatte die Mannschaft Qualität. Aber weil das Vertrauen fehlte, konnte sie die Leistung nicht so abrufen, wie es sein muss“, sagte Politze.

dpa/sei