Wasserball

Spandaus Politze kehrt mit Zukunftsplänen ins Wasser zurück

Wegen einer Schulter-OP fehlte Marc Politze Spandau 04 zuletzt. Zum Champions-League-Spiel gegen Oradea ist er wieder in Topform.

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Die vier Monate Pause waren kaum auszuhalten. Eine Schulteroperation zwang Marc Politze, so lange unterzutauchen. Nun ist der 35-Jährige endlich wieder in seinem Element. Auch noch nach 18 Jahren auf höchstem Niveau: „Wasserball hat mir sehr gefehlt.“

Zwei schwere Spiele warten auf sein Team der Wasserfreunde Spandau 04. Am Mittwoch (19 Uhr, Schwimmhalle Schöneberg) in der Champions League gegen Rumäniens Meister CSM Oradea und erst recht am Sonnabend im Bundesligaspiel beim ASC Duisburg, deutscher Vizemeister von 2007 bis heute. Bei den speziellen Freunden der Wasserfreunde.

Rivalität zwischen Spandau 04 und ASC Duisburg

Ihren Meister fanden sie nämlich immer in Politzes Berliner Mannschaft. Was nicht zuletzt an ihm lag, am Kapitän – fast zwei Meter groß, knapp 100 Kilogramm schwer. Über 400 Länderspiele hat er bestritten. Nach der verpassten Olympia-Qualifikation kam auch noch eine Operation zum ganzen Frust dazu. Eine Bizepssehne im rechten Arm war ausgeleiert, Schmerzen hinderten ihn beim Wurf.

Verschleiß! Das erste Mal, dass sein Körper Nachjustieren und eine längere Erholung forderte. Wie lange er noch mit dem Wasserball plane? „Ich bin jetzt in dem Alter, wo man nur noch von Jahr zu Jahr denkt“, antwortet der Familienvater grinsend, „alles andere wäre vermessen.“ Ende offen. Auf jeden Fall ist Politze „so heiß wie lange nicht“. Liegt an der Pause.

Politze gegen Wedding und Weiden zurückhaltend

Auch dass der Centerspieler sich bei seinen ersten beiden Einsätzen gegen den SC Wedding (zwei) und beim SV Weiden (eins) mit dem Torewerfen noch vornehm zurückhielt, hat damit zu tun. „Ich hatte schon Sorgen“, gibt der Centerspieler zu, „habe lieber mit angezogener Handbremse geworfen, um nichts zu riskieren“. Doch nun, wo die härteren Gegner warten, sei die Grübelphase vorbei. Da können sich die Rumänen wie die Rheinländer gleichermaßen schon mal drauf einstellen. „Ich habe immer noch sehr viel Spaß an dem Sport“, sagt er.

Und wenn die Bänder, Sehnen, Muskeln doch mal nicht mehr wollen – Marc Politze ist auf die Situation eingestellt. Der Diplomkaufmann, der zurzeit als Sportsoldat noch wie ein Profi Wasserball betreiben kann, wird dann umsatteln. „Ich habe andere Optionen und erweitere meine Möglichkeiten.“ Seine Diplomarbeit schrieb er 2010 über die „Entwicklung einer E-Brand am Beispiel aus der Fahrradbranche“, das heißt übersetzt: über ein Konzept, wie man besser Fahrräder verkaufen kann. Passt zwar auf den ersten Blick nicht zum Wasserball, aber auf den zweiten: Sein Schwiegervater ist Hagen Stamm, der Präsident der Wasserfreunde, der in der Nationalmannschaft auch sein Bundestrainer war. Im Hauptberuf führt er allerdings einen Fahrrad-Großhandel mit 200 Angestellten. Könnte ein fließender Übergang werden.