Robert Kromm sprach lächelnd vom „Vorgeplänkel“, als eine beeindruckende Vorrunde der Volleyball-Bundesliga vorüber war. Soeben hatten die BR Volleys den TV Rottenburg mit 3:0 abgefertigt, der in dieser Saison immerhin schon gegen Generali Haching und VfB Friedrichshafen gewonnen hatte.
Schnörkellos, konzentriert, ungefährdet: Nur eine Niederlage in 20 Spielen haben die Berliner kassiert, dazu eine ganze Reihe von Bestmarken aufgestellt – die Konkurrenz dürfte einigermaßen bedient sein von dem, was der Titelverteidiger in den vergangenen Monaten abgeliefert hat. Und natürlich war sich auch Kromm darüber im Klaren, dass man hochzufrieden sein kann beim Titelverteidiger: „Wir haben viel Selbstvertrauen gesammelt. Aber eigentlich geht es jetzt erst richtig los.“
Durchschnittlich 4203 Volleys-Fans in der Schmeling-Halle
Der 28 Jahre alte Nationalspieler, der im Sommer 2012 aus Italien an die Spree zurückkehrte, hat sein Team sofort auf ein höheres Level gebracht. Mit insgesamt 322 Punkten führt der 2,12 Meter große Außenangreifer nicht nur diese Bundesligastatistik an. Er wurde auch sieben Mal zum wertvollsten Spieler einer Partie gewählt, erzielte 265 Angriffs- und 28 Aufschlagpunkte – alles Spitzenwerte, ebenso wie die 75 Blockpunkte des Berliner Slowaken Tomas Kmet.
Für den Verein viel wichtiger ist ein anderes Top-Ergebnis: 4203 Zuschauer kamen im Durchschnitt zu den Spielen in die Schmeling-Halle; vor einem Jahr waren es 3336 gewesen. Auch damit haben sich die BR Volleys wieder weiter vom Rest der Liga entfernt.
Berliner trotz sportlicher Extraklasse nicht überheblich
Trotzdem sind sie von Überheblichkeit weit entfernt, so sicher fühlen sie sich nicht. „Man muss nur an die vergangene Saison denken“, warnt Manager Matthias Klee, „da hatte uns keiner auf der Rechnung.“
Damals hatten die Berliner in einer sehr wechselhaften Hauptrunde sieben Mal verloren (so wie Serienmeister VfB Friedrichshafen diesmal), aber im Play-off spielte sich die Mannschaft in einen Rausch und wurde Meister. „Play-offs sind einfach Play-offs“, sagt Klee.
Volleys warten aufs Viertelfinale
Zunächst warten die Volleys nun auf ihren Viertelfinalgegner. Es könnten erneut Rottenburg, die Netzhoppers KW-Bestensee oder der VC Dresden werden, das entscheidet sich im so genannten Pre-Play-off, das am kommenden Wochenende beginnt. Fest steht für die Berliner bisher nur, dass sie am 17. März 2013 (16 Uhr) mit einem Heimspiel in die alles entscheidende Phase starten. Spätestens am 8. Mai steht der Meister fest.
Das Viertelfinale wird im Modus „Best of three“ ausgespielt, in Halbfinal- und Finalserie heißt es „Best of five“. Schon jetzt können Dauerkarten zum Preis von 49 (Haupttribüne/ermäßigt 40) oder 37 (Nebentribünen/28) Euro gekauft werden. Ein Schnäppchen, sollte es zu acht (möglichen) Heimspielen kommen, ein Zuschussgeschäft, sollten die BR Volleys unverhofft in Runde eins scheitern. „Ab dem vierten Heimspiel“ rechnet Klee vor, „lohnt es sich.“ Mindestens fünf müssen es werden, soll sich die Zielsetzung Kromms und seiner Mitstreiter nach dem „Vorgeplänkel“ erfüllen: „Wir wollen Meister werden.“
Dietmar Wenck




