Mit gerade einmal 20 Jahren hat Kimi Antonelli Formel-1-Geschichte geschrieben. Der Italiener sicherte sich beim Großen Preis von Mexiko vorzeitig seinen ersten WM-Titel und löste damit Sebastian Vettel als jüngsten Weltmeister der Königsklasse ab. Eine turbulente Rennentscheidung mit Unfällen, Roten Flaggen und einer langen Unterbrechung konnte den Triumph des Mercedes-Piloten nicht mehr verhindern.

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Kimi Antonelli weinte, kurz nachdem er die Ziellinie an dritter Stelle überquert hatte, völlig überwältigt und brachte erstmal kein Wort heraus. „Weltmeister“, funkte sein Renningenieur Peter Bonnington. „Kimi, du hast es geschafft, Weltmeister“, gratulierte Teamchef Toto Wolff. Im ultimativen Formel-1-Stimmungstempel stieg grün-weiß-roter Rauch auf, Antonelli kletterte auf seinen Mercedes und ließ sich feiern. 

„Ich bin dankbar für diesen Moment, einen, den ich nie vergessen werde“, sagte Antonelli, der von seiner stolzen und überglücklichen Familie in Empfang genommen wurde: „Ich bin sprachlos, ich versuche gerade zu begreifen, was gerade passiert ist.“

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Antonelli triumphiert als erster Italiener seit 1953

Antonelli machte den Titel vier Rennen vor dem Saisonende perfekt. Beim Großen Preis von Mexiko-Stadt belegte er den dritten Platz. Schon Rang neun hätte für den großen Triumph gereicht. Er folgt auf Lando Norris, der im vergangenen Jahr im McLaren den Gipfel erreicht hatte.

Seine ärgsten Verfolger im WM-Klassement vor dem Rennen, Teamkollege George Russell und Rekordweltmeister Lewis Hamilton, können Antonelli nicht mehr einholen. Er ist der 36. Weltmeister in der Formel 1 – und der erste Italiener seit Alberto Ascari. Dieser hatte 1952 und 1953 jeweils den Titel gewonnen. Für den deutschen Mercedes-Rennstall ist es der erste Fahrertitel seit dem Triumph von Hamilton 2020.

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Es ist erst seine zweite Formel-1-Saison

Antonelli fährt in diesem Jahr erst seine zweite Saison in der Königsklasse des Motorsports. Er hatte bei Mercedes das Cockpit von Rekordweltmeister Hamilton bekommen, als dieser zur Saison 2025 zu Ferrari gewechselt war.

„Es ist verrückt, wenn man darüber nachdenkt, aber genau deswegen denke ich nicht daran“, hatte Antonelli schon zu Beginn des Rennwochenendes zuletzt im US-Bundesstaat Texas betont: „Es wäre ein Traum.“

In Austin hatte er mit seinem neunten Saisonsieg zwar alles für die Krönung getan, Russell und Hamilton, die nicht über die Plätze neun und fünf hinauskommen durften, wurden aber Achter und Vierter. Dennoch wuchs Antonellis Vorsprung auf 123 bzw. 124 Punkte auf Russell und Hamilton im Klassement.

Toto Wolf nannte ihn den „KI-Agenten“

In Mexiko-Stadt hatte er am Donnerstag noch an der Strecke beim Medientag gefehlt – er habe sich nicht ganz fit gefühlt. In der Qualifikation profitierte Antonelli von einer Strafe gegen Red-Bull-Pilot Max Verstappen und durfte dann von Platz vier starten. Im Rennen verzögerte eine rund 40 Minuten lange Unterbrechung nach einem Crash von Cadillac-Pilot Valtteri Bottas seine Titel-Party. Nach dem Neustart blieb er cool und raste auf das Podium.

Mit neun Grand-Prix-Siegen in diesem Jahr dominierte Antonelli die Formel 1. Er lernte rasend schnell aus Fehlern in seinem ersten Jahr, Teamchef Toto Wolff bezeichnete ihn schon als „KI-Agenten“. Nun ist er Weltmeister.

os/dpa