Welches Ziel Leon Goretzka vor Augen hat, verdeutlichte der Mittelfeldspieler des FC Bayern München mit einem modischen Statement. Rund zwei Stunden zuvor hatte der 31-Jährige am Samstagabend mit seinem Klub das Finale um den DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart 3:0 gewonnen.

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Doch die Katakomben des Berliner Olympiastadions durchschritt Goretzka in einem Retrotrikot des DFB. Der gebürtige Bochumer gehört zu einem Block von elf Spielern aus Bayern-Profis und Stuttgartern, die zum deutschen Aufgebot für die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada gehören.

„Wir werden die Zeit nutzen, um eine Einheit zu werden. Anders geht es auf dem Level nicht. Wir haben viel Arbeit vor uns, aber wir haben Bock“, erklärte Goretzka, der die Bayern verlässt, mit Blick auf die WM-Vorbereitung.

Deutsche Nationalmannschaft: Elf DFB-Spieler aus Pokalfinale dabei

Am Mittwoch kommt die deutsche WM-Auswahl auf dem Campus des DFB-Ausrüsters in Herzogenaurach zusammen. Gern hätte Bundestrainer Julian Nagelsmann den Start in den WM-Sommer schon zu Wochenbeginn vollzogen. Doch das Pokalfinale samt der vielen WM-Fahrer zwangen ihn, seine Pläne zu ändern.

Nagelsmann verschob den Vorbereitungsstart auf Mittwoch, um seinen Spielern die Gelegenheit zu geben, „noch mal zwei Tage bei der Familie oder wo auch immer zu sein, den Kopf freizukriegen“.

Sieben Bayern-Profis im deutschen WM-Kader

Sieben Profis des FC Bayern bilden die größte Abordnung eines Vereins im Nationalteam. Dazu zählt neben Goretzka auch Torhüter Manuel Neuer, der eigens für die WM ins DFB-Dress und als Nummer 1 zwischen die Pfosten zurückkehrt.

Dort fehlte der 40-Jährige am Samstagabend in der Hauptstadt allerdings. Eine am letzten Bundesligaspieltag erlittene Wadenblessur verhinderte Neuers Finalteilnahme.

„Es hätte schon funktionieren können, aber natürlich mit einem größeren Risiko. Insofern ist es für uns eine gute Entscheidung“, hatte Nagelsmann bei Sky mitgeteilt und ergänzt: „Es ist gut für uns und den DFB, dass er noch ein paar Tage Luft ranlässt.“

Zum Jubeln reicht es auf jeden Fall. Ich bin auf einem guten Weg.

Manuel Neuer, Torwart des FC Bayern München

Trotzdem ließ es sich der Bayern-Kapitän nicht nehmen, den Pokal bei der Siegerehrung als Erster in Empfang zu nehmen und anschließend mit dem goldenen Pott vor der Kurve zu feiern. „Zum Jubeln reicht es auf jeden Fall. Ich bin auf einem guten Weg“, erklärte der gebürtige Gelsenkirchener in der ARD.

Für Neuer wird das Turnier in Amerika der Abschied von der WM-Bühne, auf der er sich 2014 in Brasilien zum Weltmeister gekrönt hatte. Doch auch für die etwas jüngere Generation seiner Bayern-Mitspieler um Joshua Kimmich und Goretzka könnte es die letzte Chance sein, beim größten Fußballfest der Welt um den Titel zu kämpfen.

Kimmich feierte dieses Jahr seinen 30. Geburtstag. Innenverteidiger Jonathan Tah hat bisher nur auf Klubebene Titel feiern dürfen. Der 30-Jährige wird voraussichtlich zum Stamm des WM-Teams zählen.

Hinzu kommen die jungen Bayern-Profis Jamal Musiala, Lennart Karl und Aleksandar Pavlovic. Musiala kämpft sich nach langer Verletzung und über einem Jahr ohne DFB-Einsatz noch zurück zu alter Stärke. Im Pokalfinale spielte er eine unauffällige Partie. Karl fährt als Joker mit zur WM. Pavlovic konkurriert um einen Platz im defensiven Mittelfeld.

VfB-Nationalspieler kämpfen um Einsatzzeit

Den hat auch Angelo Stiller im Blick. Der VfB-Profi schaffte es dank überzeugender Auftritte in den Länderspielen im März in den WM-Kader. „Pure Erleichterung, pure Freude“ verspürte Stiller beim Anruf des Bundestrainers, der die Resilienz des Stuttgarters hervorhob.

Die könnte auch bei Deniz Undav vonnöten sein. „Ich muss Gas geben, damit ich mehr Spielzeit bekomme“, erklärte der Stürmer der Schwaben. Nagelsmann habe ihm gesagt, dass er sich die Nominierung „durch die vielen Tore verdient habe“. Trotz seiner Quote von vier Treffern in sieben Länderspielen ist Undav nur Ergänzungsspieler.

FC Bayern München v VfB Stuttgart - DFB Cup Final 2026
Stuttgarts Stürmer Deniz Undav (l.) im Gespräch mit Angelo Stiller.© IMAGO/DeFodi Images | IMAGO/DeFodi.de

VfB-Keeper Alexander Nübel reist als dritter Torhüter mit. Außenbahnspieler Jamie Leweling dürfte im DFB-Team eine Jokerrolle zufallen. Mit Chris Führich und Maximilian Mittelstädt verpassten zwei Stuttgarter die WM-Nominierung. Nagelsmann sprach im Anschluss von „absoluten Härtefällen“.

Sie werden fehlen, wenn sich elf andere Pokalfinalspieler am Mittwoch im DFB-Camp versammeln. Einen derart großen Block gab es zuletzt 2014, als ebenfalls elf Profis der Pokalfinalisten Bayern und Dortmund zum deutschen Kader gehörten – im Jahr des bislang letzten WM-Titels.