Mit auffallend trockener Kleidung und stoischem Gesichtsausdruck machte sich Vincent Kompany daran, am Samstagabend um zehn Minuten nach Mitternacht die Katakomben des Berliner Olympiastadions zu verlassen.

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Stattdessen verrieten der goldene DFB-Pokal in Kompanys Arm und die Siegermedaille um seinen Hals, dass der Trainer des FC Bayern München erstmals als deutscher Cup-Gewinner in die Nacht gehen würde. Sein Team hatte den VfB Stuttgart in einem lange umkämpften Endspiel 3:0 (0:0) besiegt.
„Dieser Pokal war ein ziemlich großes Ziel von unserem Verein. Auch in der Mannschaft hat das gelebt“, hatte der Belgier zuvor auf der Pressekonferenz mitgeteilt und war dabei von seinen Spielern nach dem 21. Pokaltitel der Münchner Vereinsgeschichte verschont geblieben.
FC Bayern München: Keine Bierdusche für Vincent Kompany
Fast schon traditionell überraschen Profifußballer ihre Trainer inzwischen bei solchen Gelegenheiten mit Bierduschen. Doch Kompany ging an diesem Abend trockenen Fußes aus dem Stadion.
„Ich bin hier zum ersten Mal im Finale. Ich kann nichts verbieten, was ich nicht kenne“, hatte der 40-Jährige zu einer möglichen Bierduschenprohibition wissen lassen.
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Seit 2020 stand der Rekordpokalsieger erstmals wieder im Finale in der Hauptstadt. Erstmals seit sechs Jahren glückte dem FCB wieder das Double. Und Kompany war nur einer von vielen Premierentitelträgern aufseiten der Münchner.
„Es war das erste Mal in meiner Karriere, so eine Art von Spiel zu gewinnen. Das macht es so besonders, das macht es einzigartig“, erklärte Harry Kane nach seinem ersten Pokaltriumph überhaupt. Der Engländer hatte im zweiten Durchgang alle drei Treffer erzielt und die Partie damit entschieden.
Harry Kane feiert Hattrick-Erfolg
„Einen Hattrick in einem Finale zu schießen, darauf bin ich extrem stolz. Das war sicher eine meiner Lieblingsnächte in meiner Karriere“, schwärmte der 32 Jahre alte Angreifer, für den der Rekordpokalsieger einst rund 100 Millionen Euro nach London an Tottenham überwiesen hatte.
Doch in den bajuwarischen Doublerausch mischte sich in der Samstagnacht von Berlin eine Personaldiskussion – und belastete die ausgelassene Titelfeier.
In einem Gespräch mit dem „Spiegel“ hatte Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß bezogen auf eine mögliche Verlängerung des bis 2027 laufenden Vertrags von Sportvorstand Max Eberl festgestellt, die Tendenz liege bei „60 zu 40“ und angemerkt: „Da sind noch Zweifel.“
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Aussagen, die auch Eberl kalt erwischten. Unter der Mitverantwortung des 52-Jährigen gelang den Bayern die erfolgreiche Saison, an deren Ende Meisterschaft und Pokalsieg stehen.
„Die Zweifel sind scheinbar da, sonst hätte er es ja nicht gesagt. Ich war natürlich überrascht an dem Tag heute“, sagte Eberl am Samstagabend. Grundsätzlich sei es „ein ganz normaler Prozess“, wenn sich der Aufsichtsrat Gedanken über einen Vorstand mache. „Ob man Prozente in der Öffentlichkeit sagen muss, weiß ich nicht“, schränkte der ehemalige Profi ein.
Gleichzeitig verdeutlichte Eberl, dass er gern über 2027 weiter für den Rekordmeister arbeiten wolle: „Ich möchte einfach meinen Job machen und den FC Bayern dahin bringen, wo wir jetzt gerade sind: in Deutschland an die Spitze. Ich bin bereit, das weiterzumachen, wenn man das möchte.“
VfB feiert gelungene Saison
Während den Münchner Erfolg also Misstöne und eine Personaldiskussion begleiteten, zeigten sich die Stuttgarter als glückliche Verlierer. Der VfB hatte knapp eine Stunde lang das Geschehen auf dem Rasen bestimmt, war mutig angelaufen und hatte in der ersten Hälfte die besseren Chancen verbucht.
„Die Bayern waren in der zweiten Halbzeit eiskalt und hatten vielleicht ein paar mehr Körner“, analysierte Stuttgarts Maximilian Mittelstädt und fügte an: „Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit ein Topspiel gemacht haben.“
Viel vorzuwerfen hatten sich die Schwaben nicht, die in der Bundesliga mit dem Einzug in die Champions League ihr Saisonziel übererfüllt hatten. „Wir können stolz sein, auf unsere Saison und dass wir es wieder hierhergeschafft haben“, gab Mittelstädt an.
VfB übertrifft Erwartungen
Eine „Eins Minus“ vergab VfB-Stürmer Deniz Undav für die Spielzeit der Stuttgarter. „Wir haben die Saisonerwartungen übertroffen. Wir können stolz auf uns sein, was wir dieses Jahr erreicht haben“, befand der DFB-Nationalspieler.
Entsprechend gelöst fiel auch die schwäbische Feiernacht im Anschluss ans Finale aus. Den Pokal nahmen diesmal allerdings die Doublesieger aus München mit nach Hause.






