Am Sonntag kommt die National Football League (NFL) erstmals nach Berlin, im Olympiastadion treffen die Indianapolis Colts auf die Atlanta Falcons (15.30 Uhr, RTL). Und auch wenn es eine breite Fanszene des American Footballs in der Hauptstadt gibt – viele Berlinerinnen und Berliner werden diese Woche ihre ersten Berührungspunkte mit dem US-Sport erleben. Deshalb hier ein Ritt durch die wichtigsten Begriffe von A wie American Football bis Y wie Yards.

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American Football: Den Sport, den wir am Sonntag betrachten werden. Die Amerikaner sagen nur Football, was natürlich Sinn ergibt, weil das Spielgerät den größten Teil der Zeit mit den Händen bewegt wird. Der Sport, bei dem ausschließlich die Füße verwendet werden, heißt in den USA natürlich nicht Football, sondern Soccer.

NFL in Berlin: Das sind die wichtigsten Begriffe im American Football

Completion: Ein angekommener Pass beim Mitspieler. Das Gegenstück ist die Incompletion.

Defense: Die Defensive, eine von drei Einheiten eines Football-Teams. Hauptjob ist das Verhindern von Punkten. Durch das Provozieren von Turnovern (s. unten) kann aber auch die Defense selbst Punkte erzielen.

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Downs: Versuche. Ein Team hat vier Downs, um zehn Yards zu überwinden. Gelingt dies nicht, erhält das gegnerische Team an der Stelle den Ball und das Angriffsrecht, wo der vierte Versuch (der Fourth Down) gestoppt wurde. Deshalb spielen die Mannschaften in der Regel nur bis zum dritten Versuch und nutzen den vierten dann, um den Ball weg zu punten (s.u.) oder zu kicken, damit der Gegner nicht in der gefährlichen Position den Ball übernehmen kann.

Was ist ein Field Goal?

Drive: Alle Spielzüge eines Angriffs zusammengenommen, bis der Ballbesitz wechselt.

Endzone: An beiden Enden des Spielfelds. Jedes Team will die eigene Endzone verteidigen und den Ball stattdessen in die des Gegners bringen. Wer das schafft, erhält sechs Punkte für einen Touchdown.

NFL Fan Map
Die Fan Map der NFL präsentiert verschiedene Aktivitäten von Liga und Teams in Berlin. Sie wird in der Game Week selbst auch gedruckt an vielen Orten ausgegeben werden.© Berliner Morgenpost | NFL Deutschland

Field Goal: Erfolgreicher Kick durch die beiden Torstangen (Goalposts) in der Endzone des gegnerischen Teams. Wird mit drei Punkten belohnt.

Flag: Wird von den Schiedsrichtern aufs Feld geworfen, wenn sie ein Foul erkannt haben. Die entsprechende Strafe und Art der Spielfortsetzung wird dann über das Stadionmikrofon vom Hauptschiedsrichter verkündet.

Berliner Kicker Lenny Krieg bei den Atlanta Falcons

Fumble: Wenn der Ballträger den Ball fallen lässt, nachdem er ihn unter Kontrolle hatte. Wird in der Regel durch Spieler der gegnerischen Defense forciert. Wenn die gegnerische Mannschaft den Ball dann aufhebt, ist es ein Turnover und das Angriffsrecht wechselt.

Interception: Die Defense fängt einen Pass der Offense ab, wodurch das Angriffsrecht sofort wechselt.

Kickoff: Der Start jeder Halbzeit. Das Team, das in der Verteidigung beginnt, kickt den Ball so weit wie möglich in die gegnerische Hälfte, damit der erste Angriff des anderen Teams möglichst weit hinten startet.

American Football Stuttgart Surge vs. Cologne Centurions
Lenny Krieg ist gebürtiger Berliner und steht als Kicker aktuell im Practice Squad der Atlanta Falcons.© picture alliance / Pressefoto Baumann | Julia Rahn

Kicker: Der Spieler, der die Kickoffs und Field Goals schießt. Ist selten auf dem Platz, hat aber wegen der drei Punkte für das Field Goal trotzdem immer wieder spielentscheidende Bedeutung. Bei den Falcons steht der gebürtige Berliner Lenny Krieg als Kicker unter Vertrag. Er befindet sich momentan jedoch nur im Practice Squad, also dem erweiterten Kader.

Beim Fourth Down wird oft gepunted

Lineman: Die großen, wirklich schweren Jungs, die jeden Angriff aufeinander prallen. Es gibt sowohl eine Offensive Line als auch eine Defensive Line.

Offense: Die Offensive, der Angriff. Für gewöhnlich sind die größten Stars jeder Mannschaft hier vereinigt.

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Passing Game: Eine von zwei Möglichkeiten, den Ball in der Offensive zu bewegen. Der Quarterback (s.u.) passt den Ball zu seinen Mitspielern. Gut geeignet, um große Distanzen auf dem Platz zu überbrücken.

Punt: Wird in der Regel beim Fourth Down (s.o.) angewendet, wenn die Feldposition noch zu weit von der Endzone entfernt ist, um ein Field Goal zu schießen. Damit soll sichergestellt werden, dass das gegnerische Team seinen nächsten Angriff möglichst weit hinten beginnen muss.

Die Quarterbacks beim Berlin Game: Daniel Jones und Michael Penix Jr.

Quarterback: Die wichtigste Position im American Football und deshalb meist auch der Superstar jedes Teams. Anführer der Offense. Wirft hauptsächlich Pässe, läuft gelegentlich auch selbst. Diese Namen solltet ihr euch fürs Berlin Game auf jeden Fall merken: Der Quarterback der Indianapolis Colts heißt Daniel Jones, der der Atlanta Falcons Michael Penix Jr..

Daniel Jones (l.) ist der Quarterback der Indianapolis Colts.
Daniel Jones (l.) ist der Quarterback der Indianapolis Colts.© IMAGO/ZUMA Press Wire | IMAGO/Brent Gudenschwager

Running Back: Ein anderer wichtiger Spieler der Offense, der hauptsächlich für das Running Game (s.u.), das Laufspiel verantwortlich ist. Der Quarterback übergibt ihm den Ball, dann läuft der Running Back los und sucht die Lücken in der gegnerischen Defense.

Running Game: Das Laufspiel, die andere Art, den Ball fortzubewegen. Wird in der Regel angewendet, um kurze Distanzen zu überbrücken. Hilft auch beim Verteidigen der Führung, um Zeit von der Uhr zu nehmen: Wird ein Laufspieler innerhalb des Feldes getackelt, wird die Zeit nicht angehalten. Bei inkompletten Pässen wird die Uhr im Gegensatz dazu angehalten.

Special Teams: Die dritte Einheit eines Football-Teams, die bei allen Kicks und Punts aufs Feld kommt.

Sechs Punkte für einen Touchdown

Tackle: Ein Ballträger wird mit Körpereinsatz zu Boden gebracht. Beim Tackle sind Dinge erlaubt, die bei vielen europäischen Sportarten sofort zu harten Strafen führen würden – aber nicht alles: Der Hals oder Nacken dürfen zum Beispiel nicht attackiert werden, eben so ist ein Helm-zu-Helm-Tackle verboten.

Touchdown: Ein Spieler erreicht die gegnerische Endzone und hat dabei den Ball unter Kontrolle. Belohnung sind sechs Punkte, die durch zwei Varianten noch aufgestockt werden können. Durch einen anschließenden Kick durch die Torstangen gibt es einen weiteren Punkt, den sogenannten „Extrapunkt“. Bei der „Two-Point-Conversion“ stellt sich die Offense erneut auf und muss aus zwei Yards Entfernung noch einmal in die Endzone kommen. Dafür gibt es dann zwei weitere Punkte.

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Turnover: Ballverlust, also Fumble oder Interception.

Two Minute Warning: Zwei Minuten vor Ende jeder Halbzeit wird die Uhr angehalten, um auf das bevorstehende Ende der Spielhälfte hinzuweisen.

Wide Reciever: Passempfänger in der Offense, meist die schnellsten Spieler der Teams.

Yards: Die entscheidende Maßeinheit auf dem Footballfeld. Mit vier Versuchen müssen immer zehn Yards überbrückt werden. Das Feld zwischen den Endzonen ist hundert Yards lang. Ein Yard sind 91,44 Zentimeter.