Medienrunde vor dem NFL-Game in Berlin
Vor dem NFL Berlin Game stellen Sportsenatorin Iris Spranger (Mitte), Alexander Steinforth (Manager der NFL Deutschland, links) und Timo Rohwedder (Geschäftsführer des Olympiastadions, rechts) den Plan für die Veranstaltungen in der Stadt vor.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Es sind nur noch wenige Tage bis zum Besuch der NFL in Berlin, und wie bei allen sportlichen Großevents geht es um mehr als Sport. „Das ist ein gesamtstädtisches Projekt“, sagte Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) am Mittwoch vor versammelter Hauptstadtpresse, um die sogenannte Game Week in der Stadt einzuleiten.

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Am Sonntag, dem 9. November, treffen die Indianapolis Colts im Olympiastadion auf die Atlanta Falcons. Es ist das erste reguläre Saisonspiel der nordamerikanischen Football-Liga, das in Berlin stattfindet. Schon Tage vorher wird die ganze Stadt übersät sein mit NFL-Veranstaltungen. Damit sollen die Fans „aktiviert“ werden, wie es im Marketing-Sprech der Amerikaner heißt. Und die Hauptstadt will sich von ihrer besten Seite präsentieren.

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NFL Berlin Game soll auch der Berliner Olympias-Bewerbung helfen

„Damit zeigt Berlin erneut, dass wir Großveranstaltungen auf höchstem Niveau organisieren können“, sagte Spranger, „das wird mit einfließen in die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele.“ Dazu passt, dass Flag Football, eine körperlose Abwandlung des American Football, 2028 bei den kommenden Sommerspielen in Los Angeles erstmals olympisch sein wird.

Medienrunde vor dem NFL-Game in Berlin
Spranger und Steinforth präsentieren „Flag Football Starter Kits“, die das Land Berlin im Rahmen eines Förderprogramms an Schulen ausgeben wird.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Das Land Berlin hat angekündigt, im Zuge des NFL-Besuchs (weitere Gastspiele in der Stadt sind für 2027 und 2029 geplant) die Förderung des Flag Footballs intensiv voranzutreiben. Dazu stellte Spranger am Mittwoch heraus, gemeinsam mit dem American Football & Cheerleader Verband Berlin-Brandenburg ein fünfjähriges Förderprogramm aufgelegt zu haben, das sich auf die Entwicklung des lokalen Sports fokussiere. „Damit positioniert sich Berlin in sehr kurzer Zeit als bundesweites Zentrum für den Schulsport im Flag Football“, erklärte die Sportsenatorin.

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Passend gebrandete Döner zum NFL-Spiel in Berlin

Alexander Steinforth, General Manager der NFL Deutschland, hat derweil erkannt, dass Berlin auch ein bundesweites Zentrum für ganz andere Dinge ist: Döner, zum Beispiel. „Wir versuchen immer Dinge zu finden, bei denen wir die DNA der Stadt mit aufnehmen können“, erklärte Steinforth zur Ausrichtung der internationalen NFL-Spiele.

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In Berlin habe die Liga deshalb mittlerweile schon Vereinbarungen mit über 20 Döner-Läden getroffen, die rund um das Spiel-Wochenende mit speziellen Aktionen zur NFL aufwarten. So würden die Döner in eigens gebrandetem NFL-Papier ausgegeben und auch die Mitarbeiter mit NFL-Kleidung ausgestattet werden. Zudem werde es auf der Rückseite des Döner-Papiers QR-Codes geben, mit denen Last-Minute-Tickets für das Spiel zu gewinnen seien.

Noch immer sind Eintrittskarten für das Berlin Game regulär verfügbar

Das ist eine Möglichkeit, um noch an Eintrittskarten für das Spiel zu kommen; die andere ist nach wie vor, einfach über den offiziellen Shop welche zu kaufen. Noch immer sind in fast allen Blöcken des Olympiastadions Tickets verfügbar, auch zusammenhängend. „Die Nachfrage liegt auf einem ähnlichen Level wie letztes Jahr in München“, erklärte Steinforth dazu. Der NFL-Mann erklärte, dass es der Umschichtung eingeplanter Kontingente und der genauen Ausgestaltung des Stadionplans geschuldet sei, dass nun noch einige hundert Restkarten verfügbar seien.

Die bereits vergebenen Tickets dürften derweil relativ breit über Europa gestreut verkauft worden sein. Die genauen Auswertungen dazu würden immer erst nach den internationalen Spielen zur Verfügung stehen, erklärte Steinforth. Auf Basis der Erfahrungswerte aus vergangenen Jahren ließe sich aber schon sicher feststellen, dass die Stadionbesetzung am übernächsten Sonntag nicht unbedingt in Berliner Hand sei.

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Wohl nur weniger Berliner im Stadion

„Die Repräsentanz von Berlinern im Stadion wird wahrscheinlich nicht viel größer sein als der Anteil, den Berliner im gesamten Bundesdurchschnitt ausmachen“, sagte Steinforth. „Vielleicht ist er sogar noch ein bisschen geringer, weil wir auch viele internationale Gäste erwarten.“

Insbesondere die bringen dann die für die Stadt so wichtige Wertschöpfung, die bei den jüngsten NFL-Spielen in München und Frankfurt in dreistelliger Millionen-Höhe lag. Laut Spranger erwarte das Berliner Hotelgewerbe eine 25 Prozent höhere Auslastung, viele Gäste würden zum ersten Mal in der Stadt sein und für mehrere Tage bleiben.

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NFL gibt Fan Map heraus

Die Berlinerinnen und Berliner selbst sollen derweil vor allem mit den Aktionen in der „Game Week“ angesprochen werden, die ab Mitte kommender Woche Fahrt aufnehmen werden. Die NFL hat dafür eine „Fan Map“ erstellt, auf der die Orte der Liga-Aktivitäten aufgelistet sind. Alle elf Teams, die Marketing-Rechte für den deutschsprachigen Markt besitzen, werden in Berlin präsent sein.

NFL Fan Map
Die Fan Map der NFL präsentiert verschiedene Aktivitäten von Liga und Teams in Berlin. Sie wird in der Game Week selbst auch gedruckt an vielen Orten ausgegeben werden.© Berliner Morgenpost | NFL Deutschland

Hinzu kommen noch diverse Aktionen des Landes Berlin, wie etwa ein inklusives Flag-Football-Turnier im Sportforum Hohenschönhausen. Und über die reinen Events hinaus erwarten die Fans auch zahlreiche künstlerische Aktivitäten: So erklärte Steinforth etwa, dass es vor dem Brandenburger Tor eine besondere Fotomöglichkeit geben werde, bei der die Buchstaben der NFL in Zusammenarbeit mit einem Berliner Künstler besonders dargestellt werden. Außerdem baut die Liga für das Wochenende einen Späti komplett um und wird ihn in einen NFL-Anlaufpunkt verwandeln, in dem Stargäste und ein DJ vorbeischauen sollen.

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Diese bunte Volksfest-Stimmung soll sich dann auch im Stadion fortsetzen, wenn es nach Olympiastadion-Geschäftsführer Timo Rohwedder geht. Der sprach am Mittwoch ebenfalls zur Presse und sagte: „Es wird ein Familienfest. Die Gäste kommen wesentlich früher und das Ganze ist familiärer als beim Fußball.“ Das Stadion werde deshalb schon drei Stunden vor Kickoff geöffnet, also ab 12.30 Uhr, und sei darauf ausgelegt, dass die Menschen dort auch rund ums Spiel mehrere Stunden verbringen könnten.