Der Wahlkampf um das Amt des Präsidenten bei Hertha BSC hat eine neue Stufe erreicht. Nachdem Kandidat Uwe Dinnebier (61) vor wenigen Tagen im RBB-Podcast „Hauptstadtderby“ erklärt hatte, dass es vor der Wahl 2022 Überlegungen gab, eine Doppelspitze mit Kay Bernstein zu bilden, meldet sich nun dessen Witwe Eileen Bernstein-Rose zu Wort.

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„Bei allem Respekt vor der unternehmerischen Leistung Herrn Dinnebiers: Ich bin eher fassungslos und finde es ein Stück weit pietätlos, auf dem Rücken meines verstorbenen Mannes Unwahrheiten zu verbreiten, um sich damit in ein besseres Licht zu rücken und sich besser zu positionieren“, so die Frau des verstorbenen Hertha-Präsidenten im Interview mit dem „Tagesspiegel“.
Gemeinsamer Freund bringt die beiden zusammen
Fakt ist, dass es vor der vorgezogenen Wahl im Mai 2022 ein Treffen zwischen Dinnebier und Bernstein gegeben hat. Zustande gekommen über einen gemeinsamen Geschäftsfreund, ein ehemaliger Hertha-Funktionär. Darüber hinaus soll es aber keine weiteren Bestrebungen gegeben haben, sich in der Führungsriege des Berliner Fußball-Zweitligisten zusammenzutun.
Der Vorschlag zur Doppelspitze kam von Dinnebier, wie Bernstein-Rose erzählte. „Kay war eher überrascht von dem Vorschlag, da Herr Dinnebier bis dahin im Hertha-Kosmos nie eine Rolle gespielt hatte. Aber er war ein Mensch, der generell erst einmal über solche Vorschläge nachgedacht hat. In diesem Fall hat er eine Nacht darüber geschlafen. Danach war ihm klar, dass er das nicht möchte.“
Bernstein-Rose äußert Kritik an Dinnebiers Vorgehen
Dass der Unternehmer nun die Nähe zu Herthas beliebtem Präsidenten nutzt, um Werbung in eigener Sache zu machen, stört die Witwe. „Ich finde es auch geschmacklos, wenn Herr Dinnebier sein Herzblut für Hertha mit dem von Kay vergleicht. Jeder weiß doch, wie lange und aufrichtig Kay dem Verein verbunden war und sich für diesen engagiert hat, während Herr Dinnebier Hertha gerade schlecht redet – ich finde das verantwortungslos.“
Dinnebier, Gründer der Dinnebier Autohaus-Gruppe, hatte in den vergangenen Tagen gleich mehrfach erklärt, dass sich bei Hertha Grundlegendes ändern müsse, um nicht in die Insolvenz abzurutschen. Auch Interimspräsident Fabian Drescher, der das Amt nach dem Tod von Bernstein im Januar übernommen hatte, wurde harsch kritisiert.
„Ihr werdet im Nachhinein nichts vermissen, was ihr bei Kay gefunden habt. Das werdet ihr vom Herzen bei mir auch bekommen“, hatte der Präsidentschaftskandidat außerdem in besagtem Podcast erklärt.





