Nun wird es also ernst bei Hertha BSC. Am Donnerstag informierte der Berliner Fußball-Zweitligist seine Mitglieder über die Kandidaten, die am 17. November auf der Mitgliederversammlung in der Messe Berlin zur Präsidiumswahl antreten.

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Auf der Tagesordnung steht die Wahl eines neuen Präsidenten, eines Vize-Präsidenten und die von fünf bis sieben einfachen Präsidiumsmitgliedern. Bis Mitte August hatten die Mitglieder des Hauptstadtklubs Vorschläge einreichen können, danach führte der Aufsichtsrat Eignungsgespräche durch. Jetzt stehen die Kandidaten fest.

Drescher bekommt Konkurrenz von Unternehmer Dinnebier

Für das Amt des Präsidenten kandidieren Fabian Drescher, Uwe Dinnebier, Olaf Brandt, Wolfgang Sidka und Stepan Timoshin.

Fabian Drescher hatte schon auf der MV im Mai erklärt, dass er das Amt, das der 41-Jährige seit dem Tod von Kay Bernstein interimsmäßig übernommen hatte, auch weiterführen will.

Uwe Dinnebier ist der Geschäftsführer der Dinnebier Autohäuser, bringt eine enorme Expertise in Sachen Unternehmertum mit und gilt als bestens vernetzt in Berlin. Der 61-Jährige, seit 2022 Vereinsmitglied, will als Präsident des Hauptstadtklubs beweisen, dass „Hertha BSC ein immenses Potenzial besitzt“.

Ex-Herthaner Sidka stellt sich zur Wahl

Olaf Brandt ist selbstständiger Gastronom, betreibt einen Imbiss vor dem Osttor des Olympiastadions und will „den von Kay Bernstein eingeschlagenen positiven Weg fortführen“, wie er in seinem auf der Vereinshomepage veröffentlichten Steckbrief schreibt. Vereinsmitglied ist der 56-Jährige seit Oktober 2023.

Wolfgang Sidka ist ein alter Bekannter im blau-weißen Kosmos. Der heutige Fußballtrainer spielte von 1971 bis 1980 bei Hertha, tingelte nach seiner Profikarriere als Coach durch die Welt, unter anderem bei Arminia Bielefeld, Werder Bremen und auf der arabischen Halbinsel. Der 70-Jährige hat bereits Erfahrung als Präsident eines Fußballvereins, führte gut zwei Jahre den VfB Oldenburg.

Timoshin ist der Jüngste der Präsidentschaftskandidaten

Und dann ist da noch Stepan Timoshin. Der 23-Jährige ist ein junger Unternehmer, der ein millionenschweres Sneaker-Imperium aufgebaut und gewinnbringend verkauft hat. Im vergangenen Sommer wollte er Hauptsponsor in Westend werden, überzeugte mit seinem Angebot aber nicht. Der Hertha-Fan, seit Oktober 2023 Vereinsmitglied, machte erst vor Kurzem seine Lungenkrebs-Diagnose öffentlich.

Trotzdem will Timoshin im November antreten, weil er davon überzeugt ist, „dass unser Verein eine neue, frische und mutige Führung braucht. Eine Führung, die bereit ist, alte Strukturen aufzubrechen und den Verein in eine moderne, transparente und erfolgreiche Zukunft zu führen.“

Alle Kandidaten verweisen auf den Berliner Weg

Sie alle verweisen darauf, den bisherigen Berliner Weg und damit das Erbe von Bernstein weiterführen zu wollen. Ein immens wichtiger Punkt im Kampf um Wählerstimmen.

Viele Mitglieder blicken schließlich mit Sorge auf die bevorstehende Wahl im November und auf mögliche personelle Änderungen, die den Klub wieder in alte Zeiten zurückkatapultieren könnten, als Grabenkämpfe und Machterhalt in der Führungsetage vorherrschten.

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Ex-Herthaner Pantelic stellt sich zur Wahl

Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass sich auch in der Riege der Anwärter für das Amt des stellvertretenden Präsidenten blau-weiße DNA findet. Neben Timoshin stellen sich Anne Noske, Marvin Brumme, Ferhat Dogru und Marko Pantelic zur Wahl.

Noske arbeitet bereits seit Oktober vergangenen Jahres im Präsidium, Marvin Brumme kandidierte 2022 gegen Bernstein und Frank Steffel. Ex-Herthaner Pantelic wirft seine „tiefe und persönliche Verbindung“ zu Hertha in den Ring, Ü32-Co-Trainer Dogru seine „Leidenschaft“, sein „Engagement“ und seinen „Optimismus“.

Infoveranstaltung Mitte Oktober in Neukölln

Für die Posten als einfache Präsidiumsmitglieder treten Drescher, Dogru, Noske und Pantelic ebenfalls an. Darüber hinaus stehen 18 weitere Kandidaten auf der Liste.

Unter ihnen auch Herthas bisherige Präsidiumsmitglieder: Hans-Joachim Bläsing, Peer Mock-Stümer, Saravanan Sundaram und Dr. Ralf Thaeter. Anne Jüngermann, seit 2020 in Herthas wichtigstem Gremium aktiv, stellt sich nicht noch einmal zur Wahl.

Vor der Wahl am 17. November in der Messe Berlin lädt Hertha alle Vereinsmitglieder zu einer Infoveranstaltung am 16. Oktober (18 Uhr, Cineplex Neukölln) ein, bei der sich die Kandidaten näher vorstellen sollen.

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