Leichtathletik-EM

Shanice Craft hat sich bei Robert Harting viel abgeschaut

Das gemeinsame Training mit dem Diskus-Star soll sich am Sonnabend für Shanice Craft auszahlen.

Shanice Craft will nach zweimal EM-Bronze diesmal mehr

Shanice Craft will nach zweimal EM-Bronze diesmal mehr

Foto: Bernd Thissen / dpa

Berlin.  So ganz passt die Figur nicht. Der kleine Schlumpf, den Shanice Craft als Glücksbringer im Wettkampf immer bei sich trägt, ist ein Kugelstoßer, dabei ist die 25-Jährige eigentlich Diskuswerferin. Einen Diskus-Schlumpf gab es in der Kollektion aber nicht, sodass Craft mit der zumindest artverwandten Disziplin vorliebnahm. Immerhin ein Werfer.

Robert Harting als Lehrmeister

Die Figur war vor einigen Jahren ein Geschenk von Franka Dietzsch gewesen, die zwischen 1999 und 2007 gleich dreimal den WM-Titel geholt hatte. Craft ahnte damals noch nicht, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein sollte, dass sie von einem dreifachen Weltmeister Unterstützung bekommt. Mit ihrem Wechsel nach Berlin hat sich die Werferin nun aber den besten Lehrmeister an die Seite geholt, den man sich in ihrer Disziplin vorstellen kann: Robert Harting, Weltmeister 2009, 2011 und 2013.

Craft hatte sich im Herbst der Trainingsgruppe um Robert Harting und seine Frau Julia angeschlossen. Schon früher hatte sie recht viel in Berlin trainiert. Als Werner Goldmann, Hartings Ex-Coach, noch als Bundestrainer tätig war, gab es eine Kooperation zwischen ihm und dem Trainerteam ihres Vereins MTG Mannheim. Doch erst Ende 2017 hat sie ihren Lebensmittelpunkt endgültig in die Hauptstadt verlegt, wohnt jetzt unweit des Sportforums Hohenschönhausen. „Berlin ist toll“, sagt sie. „Es gibt hier so viele verschiedene Kulturen, dass es ganz egal ist, wie man aussieht oder wie man herumläuft.“

Shanice Craft musste eine neue Technik lernen

Es ist aber vor allem die ständige Präsenz von Robert Harting, wegen der es Shanice Craft nach Berlin zog. „Das ist für mich ein Riesenvorteil, dass ich mit einem wie ihm zusammen trainieren darf. Technisch ist er ein absolutes Vorbild, da kann ich mir sehr viel abgucken“, sagt sie. Zusammen mit Harting und Trainer Marko Badura hat sie ihren Wurfstil optimiert. Craft dreht im Ring jetzt mit mehr Spannung und größerem Radius, damit der Diskus noch besser ins Fliegen kommt.

Allerdings dauerte es, bis sie die neue Technik verinnerlicht hatte. Bei den Deutschen Meisterschaften war sie dann aber in Bestform und sicherte sich in Nürnberg zum zweiten Mal den Titel. Ihr Ziel für das EM-Finale am Sonnabend? „Ich möchte dort anknüpfen, wo ich bei den letzten beiden Europameisterschaften aufgehört habe.“ 2014 in Zürich und 2016 in Amsterdam gewann sie jeweils Bronze. Mit Hartings Hilfe soll es im Olympiastadion dieses Mal noch weiter nach vorn gehen.

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